Wirtschaftsweiser bezeichnet Erbschaftsteuer als „Dummensteuer“

Berlin –; Der Wirtschaftsweise Lars Feld hält die Erbschaftsteuer für ungerecht. „Die Erbschaftsteuer ist die größte Dummensteuer, die wir in Deutschland haben“, sagte Feld der „Welt“. Denn sie treffe denjenigen eher, der ein Vermögen von zwei Millionen Euro vererbt und seine Steuererklärung nicht gestalten könne, als jemanden, der ein Erbe von 100 Millionen übertragen wolle, kritisierte der Wirtschaftsweise.

Seit der 2007 in Kraft getretenen Reform gibt es für Betriebsvermögen eine Ausnahmeregel. Danach bleiben die Firmenerben verschont, wenn sie den Betrieb sieben Jahre fortführen und die Arbeitsplätze erhalten. Für selbstgenutzte Immobilien gelten groß;zügige Freibeträge. Feld plädierte für eine Gleichbehandlung aller Vermögensarten bei der Erbschaftsteuer. Dann könnten die Steuersätze für alle sinken. „Das wäre gerechter.“ Er habe Verständnis für das Unbehagen in der Bevölkerung an der jetzigen Regelung, sagte das Mitglied des Sachverständigenrat der Bundesregierung. Die Begünstigungen für Betriebsvermögen und Immobilien führten dazu, „dass man mit hinreichend geschickter Gestaltung, wie sie einem von fast jedem Steuerberater geboten wird, die Erbschaftsteuer vollständig umgehen kann“, monierte der Ökonom. Dies gelte vor allem für die Übertragung sehr großer Vermögen. Gleichzeitig erteilte der Wirtschaftsforscher den Steuerplänen der Opposition eine Absage. „Ich rate davon ab, aus verteilungspolitischen Gründen eine Vermögensabgabe oder –steuer einzuführen oder den Spitzensteuersatz der Einkommensteuer anzuheben.“ Eine Vermögensteuer auf Betriebsvermögen setze massive Anreize, die Firmenzentralen dorthin zu verlagern, wo keine Steuer anfalle. Nicht nur die Schweiz, sondern auch Belgien und die Niederlande böten Strukturen für solche Verlagerungsstrategien. Auch eine Erhöhung des Spitzensteuersatz hält der Ökonom für falsch. Bei dem jetzigen Spitzensteuersatz von 42 Prozent – beziehungsweise 45 Prozent bei sehr hohen Einkommen – plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag „nehmen wir denjenigen, die gut verdienen und viel arbeiten, an der Spitze schon die Hälfte der Einkünfte weg“. Dies halte er für ausreichend. Die Forderung nach einer höheren Belastung für Wohlhabende sei „reine Symbolpolitik“, die das Wirtschaftswachstum abwürgen würde. Am Ende hätte der Staat nicht mehr, sondern weniger Einnahmen. Angesichts der hohen Staatsverschuldung sollte die Bundesregierung mehr sparen, forderte Feld und plädierte dafür, auf das sehr kostenintensive Betreuungsgeld zu verzichten und auch das Elterngeld zu streichen.

3 Kommentare "Wirtschaftsweiser bezeichnet Erbschaftsteuer als „Dummensteuer“"

  1. roberto   20. Januar 2013 10:51 at 10:51

    lieber Lars Feld, der Ansatz ist leider falsch, nicht die Erbschafts- oder Vermögenssteuer. Es gilt, die Schlupflöcher zu den Steueroasen zu schliessen, und die Möglichkeiten, Firmensitze wegen Steuersparen ins Ausland zu verlagern. bzw. auch diese Steuern im Ausland einzutreiben. Was den usa möglich ist, muss auch hier möglich sein.

  2. Livia   20. Januar 2013 11:12 at 11:12

    Depardieu hat es in Frankreich mit viel Getöse vorgemacht, was passiert, wenn man die Leistungsträger zu sehr knechtet! – Sie wandern aus!
    Da hat am allerwenigsten der Staat was von! Und für Handwerks- und Mittelbetriebe bedeutet das oftmals das Ende oder die Überführung in eine Gesellschaft und damit auch langfristig die Verlagerung der Arbeitsplätze ins Ausland.

    Auch die Anhänger der Neiddebatte, die jetzt noch meinen, eine Vermögensabgabe sei gerecht, werden sich wundern, wenn sie sie für ihr Wohneigentum zahlen müssen!

    Sparen kann man da ganz woanders:
    Der aufgeblähte Staatsapparat kann reduziert werden – noch mehr, wenn man auch alle Vorschriften und Gesetze durchforstet und reduziert.
    Die Brüsseler Bürokratie muß weg. Der Euro gehört rückabgewickelt und die EU auf die EWG zurückgeführt.
    Zockerbanken mussen pleite gehen dürfen.

    Um auf die Bevölkerungspolitik zurückzukommen, sollten die Förderungen, die die Unterschichten dazu verleiten, mehr Nachwuchs zu bekommen, eingestellt werden; dafür Verhütungsmittel für diese Kreise gratis!
    Es müssen andere Förderungen greifen, damit die Mittelschicht wieder mehr Kinder bekommt; z.B. Einstellungsgarantien für Frauen ab 45!
    100€ ist für eine Akademikerin zu wenig, für eine Förderschülerin zu viel!
    Wirtschaftsflüchtlinge, die ausschließlich ins Sozialsysten einwandern, gehören zurück in ihre Heimat. Alle Förderungsmaßnahmen für Integrationsverweigerer gehören eingestellt. Es ist alleinige Aufgabe der Einwanderer sich zu integrieren und etwas dafür zu tun; alle klassischen Einwanderungsländer verhalten sich so.

  3. Sanne   20. Januar 2013 16:28 at 16:28

    @roberto: Ja, genau, dann allen noch eine Kette um den Hals! Hört denn diese Sozialismus-Kommunismus-Begeisterung niemals auf? Wahrscheinlich gehören Sie auch in die Neider-Ecker, die selber nix auf die Reihe kriegen und nur immer anderen etwas wegnehmen können! Erbärmlich!

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