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Wirtschaftsnobelpreisträger Krugmann hält Euro-Ausscheiden Griechenlands für unvermeidbar

20. Mai 2012 9:00

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Athen – Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hält einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für unvermeidlich. “Ich hasse es, das so zu sagen, weil es so ist, als wenn man in einem vollbesetzten Theater `Feuer` schreit”, sagte der Princeton-Ökonom dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”. “Aber es gibt einfach keine Alternativen.”

Nichts von dem, was derzeit diskutiert werde, habe eine Chance, das Desaster wieder in Ordnung zu bringen. Der Austritt werde im ersten Jahr danach “fürchterliche Folgen” haben. “Es würde auch in den anderen Ländern der Euro-Peripherie zu einem Bank-Run und einer Massenkapitalflucht führen.” Allerdings könne die EZB die Flucht aus italienischen und spanischen Banken eindämmen, indem sie unbegrenzt Geld zur Verfügung stelle. “Das klingt unwahrscheinlich. Aber wenn die EZB nicht eingreift, explodiert der Euro. Es brennt lichterloh, und wir müssen so viel Wasser ins Feuer gießen wie möglich.” Krugman kritisierte die von der Bundesregierung propagierte Sparpolitik scharf. “Mindestens seit zwei Jahren ist klar, dass dieses Rezept nicht funktioniert, und trotzdem wird es immer weiter als Erfolgsmodell gepredigt.” Die Bundesregierung müsse der EZB signalisieren, dass drei bis vier Prozent Inflation kein Problem wären, und dürfe selbst nicht dem “Sparwahn” verfallen. Zudem kritisierte der Nobelpreisträger angesichts des Milliardenverlusts bei der amerikanischen Großbank JPMorgan Chase die politische Macht der Banken. “JPMorgan ist so verdammt mächtig, dass die Bank weiterhin die Reform des Finanzsystems verwässern kann, obwohl sie es gerade so übel verbockt hat.”
Foto: Euromünze, dts Nachrichtenagentur

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