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Veröffentlichung einer neuen Risikostratifizierungsanalyse für TYSABRI® im New England Journal of Medicine

18. Mai 2012 15:37

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Weston – Biogen Idec (NASDAQ: BIIB) und Elan Corporation plc (NYSE: ELN) gaben heute bekannt, dass das New England Journal of Medicine Forschungsergebnisse ihres globalen Risikomanagement-Programms mit aktualisierten Daten zum Risiko einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) infolge einer Behandlung mit TYSABRI® (Natalizumab) an Patienten mit multipler Sklerose (MS) veröffentlicht hat. PML ist eine seltene, aber schwere Hirninfektion, die in den meisten Fällen zum Tod oder schweren Behinderungen führt. Im Mittelpunkt der Analyse standen drei Faktoren, die das PML-Risiko eines Patienten bestimmen: der Anti-JC-Virus-Antikörper-Status, die frühere Einnahme von Immunsuppressiva (IS) vor Beginn der TYSABRI-Behandlung sowie eine längere Behandlungsdauer mit TYSABRI.

„Dieser Ansatz soll Patienten, die eine TYSABRI-Behandlung in Betracht ziehen, mehr Informationen über ihr individuelles Nutzen-Risiko-Profil zur Verfügung stellen.“

Biogen Idec und Elan haben den quantitativen Risikostratifizierungs-Algorithmus entwickelt, um Ärzten und MS-Betroffenen eine bessere Grundlage für Entscheidungen über eine TYSABRI-Behandlung zu bieten, die eine hocheffiziente Therapieoption für rezidivierende Erscheinungsformen der MS darstellt.

„Mit der Identifizierung dieser Risikofaktoren und deren Integration in unseren Risikostratifizierungs-Algorithmus machen wir die Vorteile der personalisierten Medizin für den Bereich der MS nutzbar“, berichtet Dr. med. Alfred Sandrock, Senior Vice President, wissenschaftliche Entwicklung und Chief Medical Officer, Biogen Idec. „Dieser Ansatz soll Patienten, die eine TYSABRI-Behandlung in Betracht ziehen, mehr Informationen über ihr individuelles Nutzen-Risiko-Profil zur Verfügung stellen.“

Über die Analyse

Die Forscher haben Daten aus klinischen Studien, Nachzulassungs-Ressourcen und einem unabhängigen schwedischen Register verwendet, um die PML-Häufigkeit unter TYSABRI-behandelten Patienten zu schätzen. Daten zu 212 bestätigten PML-Fällen unter 99.571 TYSABRI-behandelten Patienten (Stand vom 29. Februar 2012) wurden verwendet, um einen Risikostratifizierungs-Algorithmus auf der Basis von drei PML-Risikofaktoren zu entwickeln: der Anti-JCV-Antikörper-Status, eine frühere IS-Therapie und die Dauer der TYSABRI-Behandlung (1 bis 24 Monate bzw. 25 bis 48 Monate). Auf der Grundlage dieser vorliegenden bzw. nicht vorliegenden Risikofaktoren wurden die Patienten unterschiedlichen Untergruppen zugeordnet mit niedrigerem oder höherem Risiko, an PML zu erkranken.

Blutproben von 5896 MS-Patienten, die an den drei klinischen Studien AFFIRM, STRATIFY-1 und dem US-amerikanischen Arm des TYSABRI Global Observational Program in Safety (TYGRIS) teilgenommen haben, sowie Blutproben von Patienten, die im schwedischen Multiple-Sklerose-Register geführt sind, wurden auf Anti-JCV-Antikörper untersucht.

Außerdem wurden Daten von 54 TYSABRI-behandelten Patienten berücksichtigt, die PML entwickelt haben und deren Blutprobe 6 bis 187 Monate vor der PML-Diagnose entnommen wurde. Alle diese Proben wurden positiv auf Anti-JCV-Antikörper getestet.

Daten über frühere IS-Behandlungen waren nicht für alle TYSABRI-behandelten Patienten verfügbar. Aus diesem Grund wurde der Anteil der zuvor IS-behandelten Patienten für die gesamte TYSABRI-behandelte Population anhand der Daten aus den globalen TYGRIS-Studien (USA und übrige Welt) hochgerechnet.

Ergebnisse

Das PML-Risiko stieg bei einer längeren Dauer der TYSABRI-Behandlung an, wobei der deutlichste Anstieg nach dem zweiten Behandlungsjahr beobachtet wurde. Über den Zeitraum von vier Jahren hinaus sind Daten nur in begrenztem Umfang verfügbar.

Eine frühere IS-Behandlung bestand häufiger bei Patienten, die PML entwickelten (34,5 %), als bei den Teilnehmern der globalen TYGRIS-Studie (20,3 %). Dies ist ein Hinweis darauf, dass eine frühere IS-Behandlung mit einem höheren PML-Risiko in Verbindung steht.

Die Prävalenz von Anti-JCV-Antikörpern in der allgemeinen MS-Population betrug 54,9 % (95 % Konfidenzintervall [CI], 53,7 – 56,2) und unterschied sich damit deutlich vom Vergleichswert von 100 % für die 54 MS-Patienten, die PML entwickelten und bei denen ein vor der PML-Erkrankung ermittelter Anti-JCV-Antikörper-Status vorlag. Da alle 54 MS-Patienten mit bekanntem, vor der PML-Erkrankung bestimmtem Anti-JCV-Antikörper-Status positiv waren, wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, bei der ein hypothetischer PML-Patient mit negativem Anti-JCV-Antikörper-Status verwendet wurde, um das PML-Risiko für Patienten mit negativem Antikörper-Status zu schätzen.

Der Anti-JCV-Antikörper-Status diente in Kombination mit den Risikofaktoren der früheren IS-Behandlung und der TYSABRI-Behandlungsdauer zur Stratifizierung von Patienten mit niedrigerem PML-Risiko. Zwischen den Patienten mit dem niedrigsten und dem höchsten Risiko bestand eine rund 120-fache Differenz. Für Patienten mit negativem Anti-JCV-Antikörper-Status bestand bei 0,09 Fällen oder weniger je 1000 Patienten (95 % CI, 0 bis 0,48) das niedrigste PML-Risiko.

Das höchste PML-Risiko wurde für Patienten ermittelt, die über einen Zeitraum von 25 bis 48 Monaten mit TYSABRI behandelt wurden, vor Beginn der TYSABRI-Behandlung eine IS-Behandlung erhalten hatten und positiv auf Anti-JCV-Antikörper getestet wurden. Die Häufigkeit von PML in dieser Patientengruppe wurde auf 11,1 Fälle je 1000 Patienten geschätzt (95 % CI, 8,3 bis 14,5).

Die Autoren zogen die Schlussfolgerung, dass für eine weitere Charakterisierung dieser Risiken Daten aus prospektiven Studien benötigt werden.

„Obwohl die Wirksamkeit von TYSABRI nachgewiesen ist, bereitet das Risiko einer PML-Erkrankung vielen Patienten Sorgen“, so Ted Yednock, Leiter Global Research bei Elan. „Diese Analyse verdeutlicht, wie das Risikostratifizierungsmodell, das wir gemeinsam mit Biogen Idec entwickelt haben, Ärzten und MS-Patienten dabei helfen kann, fundierte Entscheidungen hinsichtlich der Behandlung zu treffen.“

Über die Risikostratifizierung

Das TYSABRI-Label für die USA und die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels für die EU wurden durch die Ergänzung des Anti-JCV-Antikörper-Status als Risikofaktor für PML aktualisiert. Zusätzlich zu einer früheren IS-Therapie und der Dauer der TYSABRI-Behandlung ist der Anti-JCV-Antikörper-Status der dritte Faktor innerhalb des von Biogen Idec und Elan entwickelten Risikostratifizierungsmodells, das die Ermittlung des PML-Risikos eines Patienten vereinfacht. Ärzte können den Anti-JCV-Antikörper-Status eines MS-Patienten mithilfe des STRATIFY JCV-Assay bestimmen, des ersten zur Vermarktung zugelassenen Bluttests zur qualitativen Erkennung von Antikörpern gegen das Polyomavirus JC-Virus.

Zum Zeitpunkt dieser Analyse (29. Februar 2012) waren mehr als 99.500 Patienten mit TYSABRI behandelt und 212 bestätigte Fälle von PML aufgetreten (2,1 Fälle pro 1000 Patienten).

Über TYSABRI

TYSABRI ist in mehr als 65 Ländern zugelassen. In den USA ist TYSABRI als Monotherapie für rezidivierende Formen von MS zugelassen, im Allgemeinen für Patienten, die auf eine alternative MS-Therapie ungenügend angesprochen haben oder diese nicht vertragen. In der EU ist das Arzneimittel für die hochaktive rezidivierend-remittierende MS (RRMS) bei erwachsenen Patienten zugelassen, die auf Beta-Interferon zuvor nicht angesprochen haben oder eine rapide fortschreitende, schwere RRMS aufweisen.

Mit seiner anerkannt hohen Wirksamkeit stellt TYSABRI ein Fortschritt in der Behandlung der MS dar. Daten der Phase-3-Studie AFFIRM zufolge, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, führte eine Behandlung mit TYSABRI nach zwei Jahren zu einer relativen Verringerung der jährlichen Schubhäufigkeit um 68 Prozent (p<0,001) im Vergleich zu einer Placebobehandlung und verringerte das relative Risiko der Behinderungsprogression um 42-54 Prozent (p<0,001).

TYSABRI erhöht das Risiko einer progressiven, multifokalen Leukoenzephalopathie (PML), einer opportunistischen Virusinfektion des Gehirns, die im Allgemeinen zum Tod oder zu schweren Behinderungen führt. Die Infektion mit dem JC-Virus ist eine notwendige Vorstufe der Entwicklung von PML. Bei Patienten, die JCV-Antikörper-positiv sind, besteht ein höheres Risiko der Entwicklung von PML. Zu den Faktoren, die das PML-Risiko erhöhen, gehören das Vorhandensein von JCV-Antikörpern, die frühere Einnahme von Immunsuppressiva und eine längere Behandlungsdauer mit TYSABRI. Am höchsten ist das PML-Risiko bei Patienten, die alle drei Risikofaktoren aufweisen. Zu weiteren schwerwiegenden Nebenwirkungen, die bei Patienten im Verlauf der TYSABRI-Therapie beobachtet wurden, zählen Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie) und Infektionen, einschließlich opportunistischer und anderer atypischer Infektionen. Im Postmarketing-Umfeld wurden bei mit TYSABRI behandelten Patienten zudem klinisch signifikante Leberschäden beobachtet. Eine Liste häufiger unerwünschter Nebenwirkungen ist den vollständigen TYSABRI-Produktinformationen der jeweiligen Länder, in denen das Arzneimittel zugelassen ist, zu entnehmen.

TYSABRI wird vermarktet und vertrieben von Biogen Idec Inc. und Elan Corporation, plc.

Über Biogen Idec

Biogen Idec nutzt modernste wissenschaftliche und medizinische Forschung zur Entdeckung, Entwicklung und Bereitstellung innovativer Therapien für neurodegenerative Erkrankungen, Hämophilie und Autoimmunstörungen. Biogen Idec wurde 1978 gegründet und ist das weltweit älteste unabhängige Biotechnologieunternehmen. Patienten aus allen Regionen der Welt werden mit den führenden Multiple-Sklerose-Therapeutika des Unternehmens behandelt, das einen jährlichen Umsatzerlös von mehr als 5 Mrd. US-Dollar erzielt.

Über Elan

Elan Corporation, plc ist ein Biotechnologie-Unternehmen mit neurowissenschaftlicher Ausrichtung, das sich dem Ziel verpflichtet fühlt, die Lebensqualität von Patienten und Angehörigen zu verbessern. Das Unternehmen macht wissenschaftliche Innovationen für drängende medizinische Herausforderungen nutzbar, die nach wie vor in allen Teilen der Welt bestehen. Elan ist an den Wertpapierbörsen in New York und Dublin notiert.

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