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Studie: Biokraftstoffe fördern den internationalen Wettlauf um Ackerland

27. August 2014 8:48

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fruchtbares Land

Bei dem Kauf oder der Pachtung von großen Anbauflächen in Entwicklungs- und Schwellenländern spielt die Biokraftstoffproduktion eine Hauptrolle. Rund 23 Prozent des bislang bekannten Landerwerbs mit Beteiligung internationaler Investoren zielten auf den Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Biokraftstoffen ab. Das hat eine Untersuchung von WissenschaftlerInnen des GIGA German Institute of Global and Area Studies auf Basis der Daten der Online-Plattform Land Matrix ergeben. Demnach hatte es zuletzt besonders um die Ölsamen-Pflanze Jatropha einen Hype gegeben.

Die Land Matrix ist eine unabhängige Initiative, die großflächige Landinvestitionen beobachtet und dazu kontinuierlich Daten sammelt und auswertet. Die Informationen werden auf der Open-Data-Plattform www.landmatrix.org verknüpft und veröffentlicht. Die Plattform dient der Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen über Landerwerb. Die Initiative wird von mehreren internationalen Forschungseinrichtungen und Organisationen koordiniert, unter anderem vom GIGA.

Derzeit werden in der Land Matrix rund 956 abgeschlossene Bodendeals (36 Mio. Hektar Land) mit internationaler Beteiligung aufgeführt. Auf 23 Prozent dieser Flächen sollen ausschließlich oder teilweise Pflanzen für die Biokraftstoffproduktion wachsen. Insbesondere Gebiete in Subsahara-Afrika sind dabei im Visier internationaler Geldgeber. Investoren aus Großbritannien haben mit weltweit 1,5 Mio. Hektar das größte Gebiet im Vergleich zu Firmen aus anderen Staaten unter Vertrag.

Jatropha: Vom Segen zum Fluch

Einen regelrechten Hype hatte es zuletzt um den Anbau von Jatropha gegeben. Jatropha ist eine Pflanze, deren Samen viel Öl enthält. Sie wird als nachhaltige Alternative zu Biosprit aus Soja, Rohrzucker und Palmöl gepriesen, weil sie auch in trockenen Savannengebieten wächst. Dort soll sie dem Nahrungsmittelanbau keine Konkurrenz machen.

Die Daten der Land Matrix zeigen jedoch, dass Jatropha-Projekte verhältnismäßig oft scheitern. Biokraftstoffprojekte benötigen ein hohes Startkapital und einen langen Atem, um Rendite zu erzielen. Der Markt zog in den vergangenen Jahren viele Investoren an, die sich zeitnah Gewinne erhofften, aber kaum Erfahrung in der Biokraftstoffproduktion mitbrachten. Insbesondere beim Anbau von Jatropha scheint es nur wenig erfahrene Produzenten zu geben. 15 Prozent der Projekte wurden daher eingestellt.

Neue Welle von Biokraftstoffinvestitionen

Insgesamt scheint sich der Markt rund um die Herstellung von Biokraftstoffen zu stabilisieren. “Wir gehen davon aus, dass Cowboy-Investoren dem Markt aufgrund schwieriger Investitionsbedingungen den Rücken kehren. Investoren, die die Durststrecke überlebt haben, werden jedoch dauerhaft bleiben”, schreiben die AutorInnen in ihrer Studie. “Die Förderung von erneuerbaren Energien hat in vielen Ländern weiterhin hohe Priorität. Die Nachfrage nach Biokraftstoffen wird voraussichtlich anhalten oder sogar zu einer neuen Welle von Biokraftstoffinvestitionen führen”.

Quelle: Kerstin Nolte, Martin Ostermeier, Kim Schultze, Food or fuel – The role of agrofuels in the rush for land, GIGA Focus International Edition English, 05/2014

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