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Stille Gesellschaft

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Eine Stille Gesellschaft ist definiert als eine Innengesellschaft, bei der sich ein oder mehrere juristische oder natürliche Personen an einem handelsgewerbetreibenden Unternehmen lediglich in Form einer Vermögenseinlage beteiligen. Diese kann in Form von Geld, Sachwerten oder Dienstleistungen erbracht werden. Der Name eines stillen Gesellschafters taucht weder im Handelsregister noch im Firmennamen auf, deshalb tritt er nach außen nicht in Erscheinung. Diese besondere Form der Unternehmensbeteiligung wird häufig in Anspruch genommen, wenn ein Unternehmer dringend eine Finanzierungshilfe braucht, die er wegen der anfallenden Zinsbelastung nicht über einen Bankkredit abwickeln kann oder will.

Wenn im Gesellschaftsvertrag nicht anders bestimmt, trägt ein stiller Gesellschafter einen Verlust nur bis zur Höhe seiner Einlage, oft ist eine Verlustbeteiligung aber vertraglich auch ganz ausgeschlossen. Im Gegenzug für seine Einlage ist der stille Gesellschafter normalerweise am Gewinn beteiligt. Von der Geschäftsführung ist er ausgeschlossen, er hat aber das Recht, Einsicht in den Jahresabschluss zu nehmen und diesen zu prüfen. Geht ein Unternehmen in die Insolvenz, wird der stille Gesellschafter zum Gläubiger. Endet die stille Gesellschaft, erhält er seine Einlage zurück.

In einer sogenannten typischen stillen Beteiligung hält der stille Gesellschafter eine Gewinn- und – je nach Vertrag – auch eine Verlustbeteiligung, am Vermögen der Gesellschaft ist er aber nicht beteiligt. Ein stiller Teilhaber muss seine Gewinne nach § 20 Abs. 1 Nr. 4 EstG als Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuern, Verluste kann er nicht absetzen.

Ein stiller Gesellschafter kann in Form einer sogenannten atypischen stillen Beteiligung auch ein Mitunternehmer sein, wenn ihm vertraglich Rechte in Hinblick auf die Vermögensbeteiligung und die Unternehmenskontrolle eingeräumt werden. Per Vertrag kann er dann auch haftbar sein und er muss seine Gewinne nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG als Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb versteuern.

Vorteile bietet eine stille Teilhaberschaft, wenn sich ein stiller Gesellschafter zum Beispiel an einer GmbH beteiligt, die dann in Hinblick auf die Gewerbesteuer die Steuervorteile nutzen kann, die normalerweise nur einer Personengesellschaft zustehen.

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