Schweizer Stellenmarkt weiter im Aufschwung

Schweizer Stellenmarkt weiter im Aufschwung

Im ersten Quartal des Jahres 2017 ist auf dem Schweizer Stellenmarkt ein weiterer Aufschwung zu erkennen. Die Zahl der ausgeschriebenen Vakanzen nimmt gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent zu. Das Stellenangebot steigt mit Ausnahme von Zürich und dem Espace Mittelland in allen Regionen, jedoch unterschiedlich stark. Zwischen den Berufen zeigen sich deutliche Unterschiede: Während mehr Personal in der Industrie, in den technischen Berufen und im Gesundheitsbereich gesucht wird, verzeichnen die Berufe im Handel und Verkauf eine seit längerem anhaltende Abnahme. Dies zeigt die wissenschaftlich fundierte Erhebung des Adecco Swiss Job Market Index der Universität Zürich.

Der Adecco Swiss Job Market Index zeigt im Vergleich mit dem Vorquartal eine Zunahme von 11 Prozent. Bedingt ist dieser Aufschwung auch durch saisonale Effekte. Werden diese ausgeschlossen, steigt das Stellenangebot nur schwach. Im Jahresvergleich ist weiterhin eine positive Entwicklung beobachtbar. Die Zahl der Vakanzen steigt im langfristigen Vergleich um 9 Prozent. Dazu Nicole Burth Tschudi, CEO Adecco Schweiz: «Nachdem der Schweizer Stellenmarkt bereits im Jahr 2016 wieder gewachsen ist, weisen die aktuellen Zahlen darauf hin, dass eine Konsolidierung auf gutem Niveau stattfindet.» Auch die Arbeitsmarktexpertin Anna von Ow vom Stellenmarkt-Monitor Schweiz bestätigt: «Im letzten Jahr konnten wir auf dem Schweizer Stellenmarkt einen positiven Trend beobachten. Die Unternehmen schauen optimistisch in die Zukunft und haben nach wie vor einen hohen Personalbedarf.»

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Zunahme in fast allen Regionen

Im Vergleich zum Vorquartal steigt das Stellenangebot in allen Regionen. Am stärksten ist die Zunahme im Grossraum Zürich und in der Ostschweiz, wo im Vorquartalsvergleich je 24 Prozent mehr Vakanzen ausgeschrieben sind. In beiden Regionen zeigt sich der Aufschwung über alle Berufsbereiche hinweg. Mit einem Plus von 16 Prozent wächst die Personalnachfrage auch im Espace Mittelland deutlich. Dabei nimmt vor allem die Anzahl ausgeschriebener Stellen im technischen Bereich, in der Informatik, im Ingenieurwesen sowie in der Industrie zu. Schwächer ist der Aufschwung in der Zentralschweiz (7%). Die Nachfrage nach neuem Personal steigt in dieser Region ebenfalls in den Berufen der Technik und der Informatik. Auch die Genferseeregion (6%) und die Nordwestschweiz (5%) verzeichnen ein leichtes Plus. Dabei steigt die Personalnachfrage bei ersterer in den Unternehmensdienstleistungen, während sie im Baugewerbe schrumpft. Bei letzterer nimmt die Personalnachfrage wie auch in anderen Regionen im technischen Bereich und den Informatikberufen zu.

Eine positive Entwicklung in der Zahl der Vakanzen zeigt sich auch im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings gibt es hier grosse Unterschiede zwischen den Regionen. Wie im Quartalsvergleich nimmt das Stellenangebot in der Ostschweiz am deutlichsten zu (47%). Alle Berufsbereiche verzeichnen in dieser Region ein starkes Plus. Auch in der Genferseeregion ist die Personalnachfrage deutlich grösser als im Vorjahr (20%), wobei diese insbesondere in den Unternehmensdienstleistungen zugenommen hat. In der Nordwestschweiz werden 11 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben; dies vor allem im Bereich Technik und im Ingenieurwesen. In der Zentralschweiz verharrt das Stellenangebot auf dem Niveau des Vorjahres. In dieser Region wächst die Nachfrage in den technischen Berufen, während sie in den Unternehmensdienstleistungen sinkt. In der Region Zürich und im Espace Mittelland ist eine minim negative Tendenz (-3% resp. -2%) beobachtbar – entgegen der positiven Entwicklung im aktuellen Quartal.

Grosse Unterschiede zwischen den Berufsbereichen

Im Vergleich zum Vorquartal zeigen sich in den einzelnen Berufsbereichen unterschiedlich starke Entwicklungen in der Personalnachfrage. Zugenommen hat insbesondere das Stellenangebot in den technischen und naturwissenschaftlichen Berufen (35%). Dabei werden sowohl im Ingenieurwesen wie auch im technischen Bereich mehr Stellen ausgeschrieben. Ebenfalls mehr Vakanzen verzeichnet der Bereich Industrie und Transport (23%), wobei insbesondere in der Industrie vermehrt neues Personal gesucht wird. Auch die Informatikberufe können ein deutliches Plus von 20 Prozent verzeichnen. Dagegen steigt das Stellenangebot in den Berufen des Unterrichts und der öffentlichen Dienstleistungen (10%) sowie der Gesundheit (9%) weniger stark. Einen leichten Zuwachs können die Bereiche Handel und Verkauf (6%) sowie Büro und Verwaltung (5%) verzeichnen. Mit einem leichten Plus von 4 Prozent hat sich die Personalnachfrage im Bereich Management und Organisation nur wenig verändert. Auch in den Berufen des Gastgewerbes und der persönlichen Dienstleistungen liegt die Zahl der Vakanzen nur leicht über dem Niveau des Vorquartals (3%). Keine Veränderung lässt sich bei den Finanz- und Treuhandberufen feststellen. Hingegen nimmt das Stellenangebot in den Berufen des Bau- und Ausbaugewerbes saisonuntypisch um 3 Prozent leicht ab.

Im Vergleich zum Vorjahr wächst der Stellenmarkt ebenfalls deutlich. Allerdings können nicht alle Berufsbereiche von dieser positiven Entwicklung profitieren. Am deutlichsten ist die Zunahme in der Industrie und dem Transportwesen (26%), der Gesundheit sowie dem Bereich Technik und Naturwissenschaften (je 24%). Auch in den Berufen des Gastgewerbes und der persönlichen Dienstleistungen (22%) sowie im Bereich Management und Organisation (21%) steigt die Personalnachfrage stark. Weniger deutlich ist der Zuwachs in der Zahl der Vakanzen in den Bereichen Büro und Verwaltung (8%). Keine Veränderung in der Personalnachfrage kann bei den Bau- und Ausbauberufen festgestellt werden, die auf dem Niveau des Vorjahres verharren. Hingegen nimmt die Personalnachfrage in den Bereichen Unterricht und öffentliche Dienstleistungen leicht ab (-6%). Weniger Personal wird im Jahresvergleich auch im Bereich Finanz und Treuhand (-8%) sowie Handel und Verkauf (-10%) gesucht. Am stärksten abgenommen hat das Stellenangebot im Jahresvergleich in der Informatik (-15%).

Grösstes Wachstum bei den Stelleninseraten in der Presse

Auf allen Ausschreibungskanälen spiegelt sich die anhaltende positive Entwicklung in der Zahl der ausgeschriebenen Stellen. Besonders markant gegenüber Vorjahr, wenn auch auf tiefem Niveau, ist die Zunahme der Stelleninserate in der Presse (43%). Auf den Stellenportalen wächst die Zahl der Vakanzen ebenfalls (12%). Mit einem Plus von 5 Prozent steigt auch die Zahl der auf Unternehmenswebseiten ausgeschriebenen Stellen.

© Grafik: © Adecco Schweiz, 20. April 2017

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