Text folgt ...

Sanierung des St. Gotthard Straßentunnels

22. Januar 2014 9:17

Themen:

01010

Göschenen – Der Gotthard-Straßentunnel verfügt über eine Länge von 16,9 Kilometern und ist somit der drittlängste Straßentunnel der Welt. Erbaut wurde er in den Jahren 1970 bis 1980. Er ist einer der wichtigsten Verbindungsröhren durch die Alpen und dementsprechend stark frequentiert. Rund 17.000 Fahrzeuge nutzen ihn täglich, davon sind 15 Prozent Schwerverkehr. An Sommerwochenenden steigt die Zahl auf knapp 40.000. Nach einer durch einem LKW-Unfall ausgelöste Brandkatastrophe 2001, durch die 11 Menschen ums Leben kamen, musste der Tunnel saniert werden. Seither ist die jährliche Unfallzahl auf 7 bis 14 Unfälle gesunken.

Vorgeschichte und Beschluss

Beim Bau des Gotthard-Straßentunnels wurde parallel ein Rettungsstollen angelegt. Geplant war der zukünftige Ausbau auf vier Spuren, dafür sollte der Rettungsstollen später als Verkehrstunnel ausgeführt werden. Aus Kostengründen wurde der Vollausbau jedoch verschoben. 2001 wurde durch die sogenannte Avanti-Initiative der Ausbau der zweiten Tunnelröhre gefordert. Der Antrag wurde jedoch zurückgezogen und das Parlament präsentierte einen Gegenentwurf, der 2004 aber vom Volk abgelehnt wurde. 2012 zeigte sich die Notwendigkeit einer Sanierung. Zu diesem Zweck müsste der Tunnel jedoch gesperrt werden. Der Bundesrat sprach sich deshalb im Vorjahr für den Bau der zweiten Röhre aus. Auch aus Sicherheitsgründen solle die zweite Röhre gebaut werden, hieß es. Die Verkehrskommission des Ständerats hat nun dem Vorschlag des Bundesrates zugestimmt. Bis 2030 soll nicht nur die zweite Röhre fertiggestellt werden, sondern auch die erste saniert sein. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird der Verkehr auf zwei Spuren durch den Gotthard-Straßentunnel fließen. Der Bundesrat will jedoch gesetzlich verankern, dass jede Röhre nur einspurig geführt werden darf, die zweite Spur solle jeweils als Pannen-Streifen dienen.

Referendum geplant

Im Frühjahr wird das Projekt vom Ständerat behandelt werden. Ein Referendum ist jedoch von Gegnern bereits angekündigt worden, wobei eine zweite Variante präsentiert wird. Bei der zweiten Variante wäre der Tunnel für 980 Tage gesperrt. Unmut jedoch äußert das Tessin über diesen Vorschlag. Der Kanton wäre während dieser Zeit vollkommen von der übrigen Schweiz abgeschnitten. Doch es sind nicht nur die Tessiner, die sich gegen eine Sperre aussprechen. Auch Verkehrs-, Transport- und Wirtschaftsverbände setzen sich für die Öffnung der zweiten Röhre ein. Die Abstimmung könnte bereits 2015 durchgeführt werden. Sollte es zu einem Nein zur zweiten Röhre kommen, wäre es das dritte Mal, dass der Ausbau vom Volk verhindert wird. Für eine reine Sanierung werden die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro geschätzt. Für den Ausbau der zweiten Röhre würde eine Milliarde berechnet werden.

Foto: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Artikel bewerten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>