Private Krankenversicherung wird auch 2013 wieder teurer

Tarife-Versicherungen Private Krankenversicherung wird auch 2013 wieder teurer

Alle Jahre wieder: Privatversicherte werden in aller Regelmäßigkeit von ihrer Krankenversicherung mit Beitragserhöhungen konfrontiert. Im kommenden Jahr bleiben Bestandskunden mit relativ moderaten Steigerungen zwar weitgehend verschont, doch im Neugeschäft wird die private Krankenversicherung 2013 teilweise deutlich teurer als 2012.

Die gute Nachricht zuerst: Es gibt bei vielen Unternehmen in sehr vielen Tarifen im Bestand und im Neugeschäft Beitragsgarantien bis Ende 2013, teilweise sogar Beitragssenkungen für Bestandskunden. Doch die Kehrseite der Medaille sind zahlreiche Beitragssteigerungen für Personen, die ab 1. Januar 2013 neu in das private System wechseln. Bislang haben knapp 20 private Krankenkassen entsprechende Beitragsanpassungen angekündigt. Teilweise sind es wieder rund 40 Prozent Steigerung im Vergleich zum laufenden Jahr.

Grund sind neue Unisex-Versicherungstarife

Grund für die moderaten Anstiege im Bestand einerseits und die teilweise sehr starken Anpassungen für Neukunden andererseits sehen Branchenkenner in der Einführung der Unisex-Regelungen. Diese sind ab dem Jahresende bindend für Neuverträge und bringen in der privaten Krankenversicherung höhere Beiträge insbesondere für Männer mit sich. „Männer, die in eine private Krankenversicherung wechseln wollen, müssen sich auf einen Zuschlag von bis zu 35 Prozent einstellen,“ heißt es von der Verbraucherzentrale Bayern. Theoretisch könnte es für Frauen im Gegenzug zwar günstiger werden, doch weil die Versicherungen dann eine große Wanderungsbewegung der Versicherten in günstigere Tarife befürchten, kalkulieren sie die neuen Unisex-Tarife lieber etwas vorsichtiger – und damit teurer für alle.

Situation am Kapitalmarkt

Außerdem werden viele Versicherungen den sogenannten Rechnungszins absenken. Dieser bestimmt, in welcher Höhe Kapitalerträge mit den Beiträgen der Kunden mindestens erzielt werden müssen. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase erreichten viele Anbieter jedoch immer seltener den bisherigen Satz von 3,5 Prozent und senken diesen auf 2,75 oder 2,5 Prozent ab. Die Folge sind künftig sinkende Einnahmen und damit langfristig steigende Beiträge auch für Bestandskunden.

Gesamte Branche von Beitragsanpassungen betroffen

Steigende Beiträge 2013 sind deshalb nicht unbedingt ein Zeichen von schlechter Leistungsfähigkeit des jeweiligen Anbieters. Die gesamte Branche wird betroffen sein. Selbst Unternehmen, die in vergangenen PKV-Tests gut abschnitten, werden Beiträge zwangsläufig über kurz oder lang anpassen müssen. Bestes Beispiel ist die Axa: Das Unternehmen wurde erst in diesem Jahr in einer Erhebung im Auftrag des Senders n-tv zur „besten privaten Krankenversicherung“ ernannt. Doch im kommenden Jahr sind für Axa-Neukunden Beitragserhöhungen von bis zu 40 Prozent zu erwarten. Selbst für Frauen könnte es teurer werden.

Auch der Deutsche Ring ist so ein Fall: Der Mit-Testsieger beim „map-report“ (Testnote „mmm“) hat Steigerungen in einigen Tarifen von 10 Prozent in der Vollversicherung und sogar bis 20 Prozent in Beihilfetarifen (Beamte) angekündigt. Andere Testsieger wie die Barmenia (Sieger bei Finanztest) oder die Debeka (Morgen&Morgen) kommen mit sehr vereinzelten und eher moderaten Erhöhungen aus. Fast alle Unternehmen geben aber auch Beitragsgarantien in sehr vielen Tarifen.

Personen, die sich mit dem Wechsel tragen, sollten die Beiträge und Kosten der privaten Krankenkassen genau prüfen und wenn möglich noch zu alten Konditionen einsteigen. Es ist ratsam darauf zu achten, dass der Tarif eine Beitragsgarantie enthält. Allerdings rät der Bund der Versicherten: „Lassen Sie sich nicht verleiten, wegen der neuen Tarife Hals über Kopf neue Versicherungsverträge abzuschließen! Prüfen Sie zunächst Ihren Bedarf und wägen Sie in Ruhe ab.“ Weitere Unterstützung und Beratung erhalten Kunden bei den Verbraucherzentralen vor Ort.

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