News zu Agfa

Agfa ist ursprünglich ein Unternehmen der chemischen Industrie. »AGFA« steht für »Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrication«. Der breiten Öffentlichkeit wurde das Unternehmen durch seine fotografischen Produkte bekannt. Agfa war über Jahrzehnte einer der größten europäischen Hersteller von fotografischen Filmen und Laborausrüstungen nach den weltweit führenden Konkurrenten Kodak und Fujifilm. Für den Massenmarkt wurden auch Kameras und Diaprojektoren hergestellt.
Die Unternehmen der heutigen Agfa-Gevaert-Gruppe konzentrieren sich auf Produktbereiche jenseits der chemischen Photographie. Der Bereich der Consumerphotographie wurde 2004 in die unabhängige, 2005 insolvente AgfaPhoto GmbH ausgegliedert, deren Tochterfirma AgfaPhoto Holding seit gerichtlicher Erstreitung des Lizenzrechts von Agfa-Gevaert im Jahr 2007 wieder Consumerfilme auf dem Markt anbietet.

Die Chemiker Paul Mendelssohn Bartholdy und Carl Alexander von Martius gründeten 1867 die Gesellschaft für Anilinfabrikation mbH in Rummelsburg bei Berlin. Bereits 1872 kauften sie die Chemische Fabrik von Max August Jordan in Treptow bei Berlin, weil beide Unternehmen auf dem gleichen Gebiet tätig waren. Die Jordan’sche Fabrik bestand seit dem 11. Dezember 1850, sie produzierte vorzugsweise Endprodukte, insbesondere Farbstoffe, während sich die Gesellschaft für Anilinfabrikation mbH auf Zwischenprodukte konzentrierte. So ergänzten sich beide Unternehmen hervorragend. Aus dem Zusammenschluss ging am 21. Juli 1873 die Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrication hervor. Die Bezeichnung AGFA folgte erst später, sie wurde am 15. April 1897 als Warenzeichen für „chemische Präparate für photographische Zwecke“ eingetragen. 1924 kam der berühmte Agfa-Rhombus als Logo hinzu.

Für den Anfang des Unternehmens stehen also mit 1850, 1867 und 1873 drei Zeitpunkte zur Verfügung, gewöhnlich wird aber die Gründung der Aktiengesellschaft im Jahr 1873 als Beginn angesehen.
Die erfolgreiche Chemieproduktion führte 1878 zu einer Erweiterung der Produktionsanlagen in Treptow. 1882 wurde ein wissenschaftliches Labor eingerichtet. Weil die benachbarten Grundstücke alle bebaut waren, folgte ein Zweigwerk in Greppin, das im Bitterfelder Braunkohlerevier lag und dadurch eine günstige Energieversorgung bot. Auch waren die Lohnkosten auf dem Land um 20 % niedriger. Das Werk wurde am 17. März 1896 eröffnet. Weil die Luftverschmutzung in Berlin, insbesondere der von den Dampflokomotiven der nahegelegenen Bahnstrecke verursachte Dreck, es schwierig gestaltete, dort Filmmaterialien zu fertigen, wurde eine eigenständige Filmfabrik gebaut. Zur Diskussion stand auch der Raum Frankfurt/Mannheim, das Unternehmen kaufte aber schließlich 25,2 ha Land nahe der Farbenfabrik Greppin. Da der größte Teil davon in der Gemeinde Wolfen lag, nannte sich das Werk schließlich Filmfabrik Wolfen.

Den Einstieg in die Fotochemie leitete der Farbstoffchemiker Momme Andresen ein, er kam im Januar 1887 zum Unternehmen und legte der Unternehmensleitung nahe, sich auf dem zukunftsträchtigen Gebiet der Fotografie zu betätigen. Andersen hatte sich bereits als Fotoamateur betätigt, weshalb ihm die Unzulänglichkeiten des Kollodium-Nassverfahrens vertraut waren. Daraufhin schuf er bei AGFA neue Entwicklersubstanzen und Fixierbäder, vor allem 1888 den Filmentwickler Rodinal, der einen großen Fortschritt in der Dunkelkammer brachte. Es handelte sich um ein Konzentrat, das nur verdünnt zu werden brauchte, während man bisher aus verschiedenen Pulvern den Entwickler selbst mixen musste. Rodinal konnte stärker verdünnt auch für die Papierentwicklung verwendet werden, es blieb bis zum Ende der Fotochemie-Produktion im Agfa-Programm und wird auch heute hergestellt. Zu Beginn übernahm F. Krüger, ein ehemaliger Chemiker der Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation, in Frankfurt den Vertrieb der Agfa-Fotoprodukte; 1889 ging man zum Vertrieb in eigener Regie über.
on sehr früh produzierte Agfa auch Zubehör, ab 1904 Blitzbeutel zum Selbstfüllen, gefolgt von Blitzlampen (Agfa Blitzlampe I von 1907), Belichtungstabellen und Planfilm-Kassetten.

In der Anfangszeit verkaufte die Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation vor allem Anilinfarben in kleinen Glasflaschen, die zum Färben von Stoffen Verwendung fanden. Zunächst handelte es sich vorzugsweise um Blau- und Rottöne in vielen Abstufungen, 1877 setzte der Modetrend auf Grün. Da konnte man mit dem Malachitgrün große Gewinne erzielen, da man auf dessen Herstellung ein Patent hielt und konkurrierende Unternehmen nichts im Angebot hielten.

1913 machten die Farben noch 65 % des Umsatzes aus, gefolgt von 26 % Filmmaterialien, 7,7 % Zwischenprodukte und 1,3 % Arzneimittel.
1943 verlegte man die Magnetband-Produktion der BASF nach Wolfen, womit sie in die Hände von Agfa gelangte. So ergab es sich, dass man sie nach dem Krieg fortsetzte und wieder Tonbänder, später auch Musik- und Videokassetten anbot. 1991 verkaufte man die Produktion an die BASF. Dies erwies sich als ein idealer Zeitpunkt, schon kurze Zeit später konnte man mit Magnetbändern keine Gewinne mehr erzielen.

Die Produktpalette des Camerawerks München gab der Slogan Alles aus einer Hand vor, es liefen also nicht nur Kameras vom Band, sondern auch Projektoren und Zubehör wie Diabetrachter. Bei den Kameras lag der Schwerpunkt darauf, den Absatz der Filmmaterialien zu forcieren. Infolgedessen gab es so gut wie keine Kameras mit Wechselobjektiven von Agfa, während Modelle mit einfacher Bedienung im Vordergrund standen, um technisch Unkundige zum Fotografieren zu bewegen. Im Camerawerk wurde möglichst alles selbst produziert, also auch die Objektive und Belichtungsmesser.

Im Gegensatz zu anderen deutschen Herstellern, insbesondere Leica und Rollei sind die Agfa-Kameras nur unzureichend dokumentiert. Die Werksaufzeichnungen widersprechen sich mitunter bei der Produktionszeit, Produktionszahlen geben sie überhaupt nicht an. Es existiert lediglich eine tabellarische Übersicht in der Unternehmensdokumentation von Günther Kadlubek.




Agfa HealthCare implementiert Spracherkennungstechnologie in Krankenhäusern

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Elmshorn – Nuance Communications, Inc. und Agfa HealthCare geben heute bekannt, dass innerhalb von ORBIS, deutscher Marktführer unter den Krankenhaus-Informationssystemen (KIS), die neue Spracherkennungstechnologie von Nuance – 360 | SpeechAnywhere Services – unter dem Namen ORBIS Speech vollständig integriert wurde. „Wenn man sich die einzelnen Fachabteilungen eines Krankenhauses ansieht, teilen sich diese ein gemeinsames Merkmal: […]