News zu Adolf Sauerland

Adolf Sauerland ist ein ehemaliger deutscher Kommunalpolitiker. Der CDU-Politiker war von 2004 bis zum 15. Februar 2012 Oberbürgermeister der Stadt Duisburg. Am 12. Februar 2012 wurde er durch ein Bürgerbegehren der Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“ von seinem Amt als Oberbürgermeister abgewählt.

Sauerland studierte Maschinenbau, Geschichte und Pädagogik an der Gesamthochschule Duisburg und arbeitete bis zu seiner Wahl als Oberstudienrat am Berufskolleg Uerdingen in der Nachbarstadt Krefeld. Seit 1980 ist er Mitglied der CDU. Als Kommunalpolitiker war Sauerland zuerst im Duisburger Stadtbezirk Walsum und anschließend im Rat der Stadt Duisburg tätig.

2004 kandidierte Sauerland für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Duisburg. In der Stichwahl gegen Amtsinhaberin Bärbel Zieling (SPD) erhielt er 61,3 % der Stimmen und trat im Oktober 2004 sein Amt an. Im Juli 2005 legte Adolf Sauerland seine Parteiämter nieder, damit er in seiner Funktion als Oberbürgermeister (OB) neutraler gegenüber anderen Interessen sein könne.

Nach seiner Wahl begann der Bau des unter der Leitung seiner Vorgängerin geplanten Casinokomplexes CityPalais, des von der LEG realisierten Nachfolgers des im Jahr 2004 gescheiterten „Urbanum“-Projekts, und die Planung des neuen Einkaufszentrums Forum Duisburg, das im September 2008 eröffnet wurde. Kritisiert wurde Sauerland vor allem für das Abrücken des Stadtrats vom geplanten Einkaufszentrum MultiCasa, dessen Bau er aufgrund eines Gutachtens als Chef der Stadtverwaltung zwar empfahl, aber als Ratsmitglied gemeinsam mit seiner Fraktion der CDU ablehnte.

Zu den von ihm unterstützten und realisierten Projekten zählt die DITIB-Merkez-Moschee. Die erneute Durchführung der World Games im Jahr 2013, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf vorgesehen war, wurde durch Ratsbeschluss im Dezember 2008 zurückgegeben, nachdem der Düsseldorfer Regierungspräsident Jürgen Büssow eine Haushaltsverfügung gegenüber der Stadt erlassen hatte. Weitere Projekte unter seiner Leitung waren das Logistikprojekt Logport II, die Wasserwelt Wedau im Sportpark Duisburg, die Vision der „Living Bridge“ des Hamburger Architekten Teherani und Firmenansiedlungen wie Hitachi oder Ikea.

Das Urban Land Institute unterschrieb zur weiteren Gestaltung des Innenstadtbereichs im Jahr 2005 einen Partnervertrag mit der Stadt Duisburg. In der Fortentwicklung einer ganzheitlichen Neuplanung der Duisburger Innenstadt wurde durch den britischen Architekten Norman Foster ein Masterplan für die Duisburger Innenstadt entwickelt und einvernehmlich vom Stadtrat verabschiedet. Zusätzlich wurde zusammen mit der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants ein Sparprogramm zur Konsolidierung des städtischen Haushalts beschlossen. Die Gesamtverschuldung der Stadt Duisburg beträgt derzeit etwa 1,6 Milliarden Euro.

Am 21. Januar 2009 nominierte der CDU-Parteitag Sauerland einstimmig zum erneuten OB-Kandidaten für die Kommunalwahl in Duisburg 2009.[3] Am 30. August 2009 wurde Sauerland mit einem Stimmenanteil von 44,6 % für eine weitere Amtszeit wiedergewählt. Aufgrund von Änderungen im Kommunalwahlrecht beträgt diese Amtszeit sechs Jahre. Nach einer vom Landtag vorgenommenen Änderung gibt es keine Stichwahl mehr.

Nach dem Unglück bei der Loveparade am 24. Juli 2010, durch das 21 Menschen ums Leben kamen und mehr als 500 Besucher während der gesamten Veranstaltung verletzt wurden, geriet Sauerland in der Öffentlichkeit in die Kritik. Als OB leitete er die Stadtverwaltung, welche die Veranstaltung als zuständige Behörde amtlich genehmigt hatte.

Er wurde – auch aus der eigenen Partei – aufgefordert, politische Verantwortung zu übernehmen und von seinem Amt zurückzutreten, obwohl ein solcher Schritt im nordrhein-westfälischen Kommunalrecht nicht vorgesehen ist und eine auf seinen Antrag hin mögliche Entlassung aus dem Beamtenverhältnis für Sauerland einen Verlust seiner Pensionsansprüche auch aus seiner vorherigen Lehrertätigkeit bedeutet hätte.

Sauerland wies die politische und persönliche Verantwortung an dem Unglück zurück und lehnte einen Rücktritt zumindest so lange ab, bis er durch externe wie auch verwaltungsinterne Untersuchungen Klarheit über eine etwaige tatsächliche Verantwortung der Stadtverwaltung gewonnen habe. Sauerland gab an, er habe vor dem Unglück keine Kenntnis von Sicherheitsbedenken gehabt. Laut Medienberichten geht aus einem Sitzungsprotokoll der Stadtverwaltung Duisburg vom 18. Juni 2010 hervor, dass Sauerland Sicherheitsbedenken des Bauordnungsamtes bekannt gewesen sein müssten. Medienspekulationen, er würde den Rücktritt vor allem in Hinblick auf den dadurch drohenden Verlust seiner Pensionsansprüche ablehnen, wies Sauerland zurück. Sauerland teilte am 2. August 2010 mit, dass er die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses des Landtags begrüßen würde.

Am 18. Mai 2011 verabschiedete der Landtag Nordrhein-Westfalen auf Antrag der Linken das Gesetz zur Einleitung von Abwahlverfahren von Bürgermeistern und Landräten durch Bürgerbegehren. Eine Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“ sammelte daraufhin bis Mitte Oktober 2011 über 79.000 Unterschriften für einen Bürgerentscheid, von denen das Wahlamt 68.000 anerkannte (das entspricht knapp 22 % bzw. knapp 19 % der Wahlberechtigten). Bei der Abstimmung am 12. Februar 2012 wurde Adolf Sauerland bei einer Wahlbeteiligung von 41,53 % mit 129.626 Stimmen (85,75 % der abgegebenen Stimmen = 35,52 % der Wahlberechtigten) bei 21.538 Gegenstimmen (14,25 %) abgewählt. Der Wahlausschuss der Stadt Duisburg bestätigte das Ergebnis am 15. Februar 2012, wodurch Sauerland mit Ablauf dieses Tages aus dem Amt schied. Sauerland zog sich größtenteils aus der Politik zurück und arbeitet im Reisebüro der Familie.




Duisburger wählen Oberbürgermeister Sauerland ab

Duisburger wählen Oberbürgermeister Sauerland ab

Foto: Adolf Sauerland, xtranews.de, Lizenz: dts-news.de/cc-by Duisburg – Die Bürger der Stadt Duisburg haben Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) in einem Abwahlbegehren abgewählt. Bei dem Bürgerentscheid sprachen sich laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 35,5 Prozent der Wahlberechtigten für die Abwahl Sauerlands aus, lediglich 5,9 Prozent sprachen sich für einen Verbleib Sauerlands im Amt aus. Die Wahlbeteiligung […]

Duisburger entscheiden über Abwahl von OB Sauerland

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Foto: Adolf Sauerland, Stadt Duisburg, Text: dts Nachrichtenagentur Duisburg – In Duisburg sind am Sonntag rund 365.000 Bürger aufgerufen über die Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland abzustimmen. Ihm wird vorgeworfen, für das Loveparade-Unglück vor anderthalb Jahren politisch verantwortlich zu sein. Damals kamen 21 Menschen ums Leben, mehr als 500 wurden verletzt. Sauerland müsste sein Amt […]