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Müll: Rohöl aus der Recycling-Anlage

3. März 2012 19:49

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Auf den ersten Blick ist das eine Mülldeponie, auf den zweiten eine Goldgrube. Mit Hilfe eines neuartigen Verfahrens wird hier in Portland im Nordwesten der USA Öl aus Plastikmüll gewonnen. Kevin DeWhitt, Technischer Direktor bei Agilyx, erklärt den Prozess: “Der Hauptbestandteil bei der Plastikherstellung ist Rohöl. Wir können die Ölbestandteile herausfiltern und sie zu neuem Öl zusammensetzen.” Der Prozess wird Pyrolyse genannt. Zuerst werden die aus dem Hausmüll aussortierten Plastikabfälle zu einem Granulat zermahlen. Dieses Granulat kommt in einen Stahlbehälter und der wiederum in diese Anlage. Bei über 400 Grad entsteht dort ein Gas, das anschließend abgekühlt und als Rohöl aufgefangen wird. Die Anlage produziert fünfmal mehr Energie als für ihren Betrieb benötigt wird. Giftige Gase werden kontrolliert abgefackelt. Das Verfahren könnte eine glänzende Zukunft haben. Weniger als 15 Prozent der in den USA verwendeten Kunststoffe werden wieder verwendet. 29 Millionen Tonnen Plastikmüll landen dort jährlich auf Deponien. Jeff Gaisford von der Abfallbehörde in Seattle beschreibt die Situation in seiner Stadt: “Die Recycling-Einrichtungen können die einzelnen Abfallstoffe heute noch nicht richtig voneinander trennen. Deshalb landet dann alles auf einer Deponie. Recycling ist nicht wirtschaftlich und der Markt dafür ist einfach zu klein.” 10.000 Liter Öl gewinnt eine Anlage dieser Art täglich aus zehn Tonnen Plastikmüll. Setzt sich das Verfahren durch, könnte das die USA unabhängiger von Ölimporten machen. Chris Ulum, Chef der Recycling-Firma Agilyx, ist von der Pyrolyse überzeugt: “Wir haben ja nicht nur eine Lösung für das komplizierte Plastikmüll-Problem, sondern wir schaffen auch eine neue Ölquelle. Eine alternative Ölquelle, die die Ölförderung aus dem Boden ersetzt.” Billig ist das neue Öl aber nicht gerade. Doch so lange der Ölpreis so hoch bleibt wie gerade, arbeitet die Anlage wirtschaftlich, versichert der Hersteller. Ein Kilo Müll pro Kopf landet in den USA täglich auf den Deponien. Gut möglich also, dass die Müllkippen zu den Goldgruben der Zukunft werden.

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