Mobiles Internet bald wichtiger wie Festnetzanschlüsse

Mobiles Internet bald wichtiger wie Festnetzanschlüsse

Dass das Internet das Leben auf der Welt verändert hat, steht außer Frage. Wirtschaft , Gesellschaft, Privatpersonen und Verwaltung kommen ohne die elektronische Kommunikation nicht mehr aus. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch deutlich verstärken, wenn das Internet 4.0 in die Gänge kommt. Letzteres wird mobile und stationäre Endgeräte betreffen. Sowohl im Consumerbereich als auch in der Industrie werden Geräte miteinander kommunizieren und über kurz oder lang eine intelligente Selbststeuerung aufbauen. Immer mehr mobile Endgeräte werden das nutzen. Heutzutage noch völlig unvorstellbare Entwicklungen werden bereits in einigen Jahren unseren Alltag prägen. Wie rasant solche Entwicklungen sind, haben wir bereits gesehen. Oder wer hätte zur Zeit der Ausstrahlung von Enterprise gedacht, dass diese kleinen handlichen Kommunikationsgeräte, die Captain Kirk und Mister Spock gern verwendet haben, heutzutage in jeder Hosentasche stecken. Und die können noch viel mehr, als sich die Filmemacher damals erträumen konnten. Mobile Endgeräte, egal welcher Art, bedeuten aber auch mobile Verbindung mit dem Internet. Wo früher zum Telefonieren mit einem einfachen Handy eine schmalbandige GSM Verbindung genügte, ist heute LTE schon eine Erfindung von gestern. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Die mobilen Verbindungen zum Internet werden immer schneller, stabiler und vor allem großflächiger ausgebaut werden.

Anzahl und Bandbreite der mobilen Anschlüsse steigen

In entwickelten Industrieländern nähert sich die Anzahl der Mobilfunkanschlüsse der Vollversorgung, d. h., dass statistisch gesehen, jeder Bürger einen hat. Die Entwicklungsländer sind etwa bei der Hälfte. Es gibt allerdings ganze Kontinente, beispielsweise Afrika, die einen Stand haben, wie er in Europa vor 20 Jahren war. Hier ist in dieser Hinsicht noch viel zu tun. Wobei gerade in diesen Ländern und Kontinenten eigentlich ganz andere Aufgaben anstehen. Bevor die Menschen komfortabel kommunizieren können, müssen sie erst einmal etwas zu essen haben.

Nicht nur die Anzahl der Mobilfunkverträge ist ein wichtiges Maß für die Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft mit dem mobilen Internet. Wenn fast jeder einen Mobilfunkanschluss hat, heißt das noch lange nicht, dass er diesen auch so benutzen kann, wie es notwendig ist. In Deutschland soll das Thema Funkloch jetzt massiv angegangen, sie sollen abgeschafft werden. Wohl dem, der das glaubt. Eine wirklich vollständige Versorgung mit Funknetzen überall in Deutschland ist schon technisch derzeit nicht möglich. Jedenfalls nicht mit den bisher entwickelten Technologien. Schließlich ist die technologische Entwicklung beim E-Netz stehen geblieben. Jedenfalls was die Massenanwendung betrifft. Vor Jahren gab es einmal Versuche, bei denen das F-Netz erprobt wurde. Auf der Grundlage sehr kurzweiliger elektromagnetischer Strahlung sollte eine wirkliche Überallversorgung gewährleistet werden. Man hat nichts mehr davon gehört. Warum wohl? Einer der Gründe könnte sein, dass der Aufbau des Netzes viel zu teuer wäre. Denn um das wirklich flächendeckend zu realisieren, müsste buchstäblich an jeder Hausecke ein Sende- und Empfangsmast installiert werden. In Sichtweite, kaum 100 Meter voneinander entfernt. Das ginge sowieso nur in Städten. Aber damit wäre eine vollständige Abdeckung dort möglich. Und zwar mit sehr sehr hoher Bandbreite.

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Mobiles Internet auf dem Land

Um großflächig mobile Internetversorgung bei geringer Bevölkerungsdichte (also wenigen Nutzern) gewährleisten zu können, müssen andere Wege gegangen werden. Das trifft sowohl die Entwicklungsländer als auch Industrieländer wie etwa Europa und Amerika. Überall gibt es große weiße Flecken beim breitbandigen mobilen Internet. Wobei die Krux ist, dass je breitbandiger die Übertragungsmöglichkeit eines Netzes ist, desto kürzer die Reichweite. Was bedeutet, dass mehr Sende- und Empfangsmasten aufgestellt werden müssen. Hier müssen andere technologische Wege gefunden werden. Zudem sind die Frequenzen, die für solche Funkdienste verwendet werden können, schon seit den sechziger Jahren, zumindest in dicht besiedelten Ländern, rar. Man erinnere sich an die Versteigerung der UMTS und LTE Lizenzen, ähnliches soll Deutschland im nächsten Jahr durchgeführt werden. Ein Weg zur weiteren Verbreitung des mobilen Internets mit hoher Bandbreite könnten die Installation von Masten entlang bestehender Trassen, etwa der Bahn, sein. Die Telekom hat das für Deutschland in Angriff genommen. Die Idee mag in anderen, insbesondere noch zu entwickelnden Ländern, ähnlich funktionieren. Das vermeidet zwar nicht den Bau weiterer Masten, die Zuwegung ist allerdings einfacher.

Die letzte Meile ist nicht alles

Mobiles breitbandiges Internet bedarf einer stationären breitbandigen Internetanbindung. Das, was hinter den Mobilfunkmasten geschieht, ist, technisch und ökonomisch gesehen, auch nicht ohne. Denn was nutzen die schnellste Funkverbindung, die größte Mastdichte, die höchste Datenrate, wenn an den Vermittlungsstellen Geschwindigkeit und Durchsatz zusammenbrechen. Hier ist die Anwendung von Glasfaserkabeln, der derzeit modernsten Technik, erforderlich. Und spätestens hier wird es weltweit größere Probleme geben. Denn niemand kann sich so richtig vorstellen, beispielsweise durch die Sahara oder Alaska Glasfaserkabel zu legen. Solche dünn besiedelten Gebiete werden von dieser Art der Technologie, jedenfalls so wie wir sie heute kennen, auf lange Zeit ausgeschlossen bleiben. Gut, es geht auch mit Satellitentechnik. Allerdings mit sehr sehr geringer Bandbreite im Verhältnis zur Glasfasertechnik. Ein weltumspannendes breitbandiges Internet wird also, solange keine wegweisenden neuen Erfindungen gemacht wurden, Utopie bleiben. Aber auch da ist die Forschung dran. Man denke nur an die Quantentechnologie, die im Kommen ist.

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