Mobiler Webtraffic verzeichnet rasante Zuwachsraten

Mobiler Webtraffic verzeichnet rasante Zuwachsraten

Die Nutzung des mobilen Internets und der damit einhergehende mobile Webtraffic wächst mit außerordentlicher Rasanz. Mobiles Internet meint dabei die Nutzung des Internets über ein mobiles Endgerät. Die gängigsten Geräte, über die mobil im Internet gesurft wird, sind Smartphones sowie Tablets und Notebooks bzw. Netbooks.

Während im Juli 2012 noch lediglich 11,1% aller Seitenaufrufe im Internet von mobilen Endgeräten kamen, entfielen im Juli dieses Jahres bereits 17,4% der Webseitenaufrufe weltweit auf mobile Geräten wie Smartphones, Tablets und Notebooks mit mobiler Webanbindung.

Asien und Afrika sind führend in der mobilen Webnutzung

Die Infografik des Statistik-Portals statista.com macht deutlich, wie sich der weltweite Internet-Traffic mit mobilen Devices entwickelt hat und wie die Verteilung in den einzelnen Regionen der Welt aussieht. Dabei fällt auf, dass in Afrika mit 23,7% und Asien mit 26,6% der Anteil des mobilen Internet-Traffic besonders hoch ist. Was dabei auf den ersten Blick überrascht, findet aber bei näherer Betrachtung eine relativ einfache Erklärung.

In vielen wirtschaftlich ärmeren Regionen – insbesondere in Asien und Afrika – ist die Infrastruktur im Bereich Festnetzversorgung und Breitbandzugänge ins Internet vollkommen unzureichend, so dass die Nutzung mobiler Webzugänge die einzige Alternative ist, um moderne Kommunikationsformen via Internet zu nutzen. In einigen dieser Länder ist das mobile Traffic-Aufkommen sogar höher als der mit dem klassischen Desktop PCs erzeugt Traffic. In Indien sorgen beispielsweise mobile Endgeräte bereits 60% des gesamten Internet Traffics.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass Indien ein Volk von Hightech-Enthusiasten ist, sondern während in den Industriestaaten vor allem High End-Smartphones und Tablets den mobilen Datenverkehr nach oben treiben, sind es in Ländern wie Indien eher einfache Mobiltelefone, die vielen Menschen ohne höheres Einkommen überhaupt erst die Möglichkeit bieten, online zu gehen. So sind es auch weniger die Anwendungen wie Online Shopping, Freizeitanwendungen oder Spiele, die hier genutzt werden, sondern hier geht es beispielsweise eher um praktische Anwendungen wie bessere Informationen über die Wetterentwicklung, die den Bauern helfen können, die Gefahr von Missernten zu senken.

USA und Europa holen auf – Zuwachsraten von mehr als 60%

Im Vergleich zur mobilen Nutzung des Internets in Regionen wie Asien und Afrika ist der Umfang des mobilen Webtraffic in den entwickelten Ländern derzeit noch immer relativ überschaubar. Beispielsweise macht das mobile Web in Europa nur etwa 9,7% des Gesamt-Traffics aus, wobei gegenüber 2012 ein Zuwachs von mehr als 64% zu verzeichnen ist. In den USA beträgt der Web Traffic Anteil nur 15,2%. Allerdings kann festgestellt werden, dass mit fast 62% Zuwachsraten auch hier die Entwicklung mit Riesenschritten voranschreitet.

Verkäufe mobiler Endgeräte wachsen ständig

Im Jahr 2012 wurden erstmals mehr Smartphones als normale Handys verkauft und auch die Zahl der Tablet-Besitzer steigt ständig. Während im letzten Jahr 4,4 Millionen Geräte über die Ladentische gingen, werden für 2013 rund 5 Millionen verkaufte Tablet-PCs prognostiziert.

Laut Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche BITKOM gibt es in Deutschland 63 Millionen Handybesitzer, wobei 90% aller über 14-jährigen Deutschen ein Mobiltelefon besitzen. Insgesamt nennen 40% der Bundesbürger ab 14 Jahren ein hochwertiges, internetfähiges Mobiltelefon ihr Eigen und nutzen auch die vielfältigen Internetanwendungen, die sich ihnen mit diesen Geräten bieten.

Wie sieht die Traffic-Verteilung bei der mobilen Internetnutzung aus?

Das Nutzungsverhalten in Zeiten von Smartphone und Tablet zeigt deutliche Schwankungen im Laufe eines Tages und ebenso im Wochenverlauf. Betrachtet man die Verteilung der Zugriffszahlen fällt auf, dass die mobilen Geräte wochentags vermehrt morgens und in der Zeit von 18.00 – 22.00 Uhr vertreten sind, während in der Zeit von 9.00 – 17.00 Uhr – also während der üblichen Bürozeiten – der Traffic von Desktop-PCs überwiegt. Besonders gegen 21.00 Uhr lassen sich regelmäßig die Spitzenwerte für den Traffic der mobilen Endgeräte feststellen.

An den Wochenenden lässt sich ein deutlicher Unterschied zur Nutzung an Wochentagen feststellen. Während morgens auch hier eine Steigerung des mobilen Traffics nachweisbar ist, sind abends keine so starken Traffic-Peaks zu erkennen. Der Verlauf der Visits über mobile Endgeräte ist am Wochenende dem der stationären Rechner relativ ähnlich, jedoch dürfte es auch hier nur eine Frage der Zeit sein, wann das Pendel endgültig zugunsten des mobilen Internets ausschlägt.

Die rapide Zunahme der mobilen Internetnutzung und der deutliche Unterschied der Visits im Tagesverlauf und unter der Woche zeigen, wo das Potenzial der Zukunft liegt. Hier gilt es als Unternehmen aktiv zu werden, um seine Zielgruppe zu erreichen und Internetangebote entsprechend zu monetarisieren.

Grafik: Statista

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