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Gesellschaft Bürgerlichen Rechts

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Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR oder BGB-Gesellschaft) ist die einfachste Unternehmensform überhaupt, sie ist rechtlich in §§ 705 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs beschrieben ist. Formal ist eine GbR ein Zusammenschluss von mindestens zwei Personen, die schriftlich, mündlich oder stillschweigend einen Vertrag abschließen. Dieser enthält den Zweck der Partnerschaft und regelt unter Umständen auch Fragen zur Geschäftsführung oder zur Kapitaleinlage. Je nach Zahl der Gesellschafter und um späteren Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen, empfiehlt es sich, einen schriftlichen Vertrag auch notariell beglaubigen zu lassen. Die GbR gilt nicht als juristische Person, trotzdem ist sie nach einem Urteil des Bundesgerichtshof von 2001 beschränkt rechtsfähig. Alle Gesellschafter haften unbeschränkt, das Haftungsrisiko in einer GbR ist in der Regel aber überschaubar.

Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich, die Partner einer GbR können Dienstleistungen, Sachwerte oder Geld in die Gesellschaft einbringen. Über das Vermögen einer GbR können nur alle Gesellschafter gemeinsam bestimmen, es ist gesamthänderisch gebunden.

Eine GbR kann keine Firma führen, da sie keine Handelsgesellschaft ist. Entsprechend muss sie nicht ins Handelregister eingetragen werden und sie ist handelsrechtlich nicht zur einer ordentlichen Buchführung verpflichtet. Sie kann unter ihrem Namen aber zum Beispiel als Eigentümerin eines Grundstücks im Grundbuchregister eingetragen sein. Alle Gesellschafter können die Geschäftsführung übernehmen, soweit dieser Punkt im Gesellschaftsvertrag nicht anders geregelt ist.

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts bietet freien Berufen, Projekt- und/oder Interessengemeinschaften (ARGE) einige Vorteile, da sie rechtlich kaum oder gar nicht an eine bestimmte Form gebunden ist. Entsprechend vielseitig lässt sich ein Gesellschaftsvertrag für eine GbR formulieren. Gründung und Buchführung sind einfach und verursachen geringe Kosten. Kaufleute sollten allerdings bedenken, dass sie eine andere Unternehmensform wählen müssen, wenn Umsatz und Geschäftsvolumen eine bestimmte Größe übersteigen. Nachteilig wirkt sich manchmal auch die beschränkte Rechtsfähigkeit und die unklare Rechtslage aus. Am häufigsten findet man die Unternehmensform der Gesellschaft bürgerlichen Rechts bei Freiberuflern, die sich zum Beispiel zu einer Praxisgemeinschaft oder Sozietät zusammenschließen.

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