Friedensforscher sieht Trump als Gefahr für den Weltfrieden

Donald Trump, über dts NachrichtenagenturDer Tübinger Friedensforscher Thomas Nielebock hält US-Präsidenten Donald Trump für eine Gefahr für den Weltfrieden. „Man muss hoffen, dass ihn die staatlichen Institutionen einfangen“, sagte Nielebock der „Heilbronner Stimme“ (Freitag). Dem Politikwissenschaftler bereitet vor allem die psychische Veranlagung des US-Präsidenten Sorgen.

Werde der Druck auf Trump zu groß, fürchtet Nielebock eine Kurzschlussreaktion. „Ich kann nur hoffen, dass er dann nicht nach dem Prinzip handelt: Ich reiß euch alle mit in den Abgrund.“ Trumps Provokationen in Richtung China oder der Palästinenser zeige, dass ihm die diplomatische Klugheit fehle, für andere mitzudenken. Und dessen Hauptberater, Steve Bannon, folge wohl der fatalen Überzeugung, ein Krieg sei ohnehin nicht mehr zu vermeiden – „ganz ähnlich wie die europäischen Eliten 1914“.

So gesehen gebe es viele Parallelen zur Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Die an diesem Freitag beginnende Sicherheitskonferenz in München sei im Prinzip zu begrüßen, sagte Nielebock. „Wo sonst gibt es eine solche Austauschmöglichkeit, auch auf informeller Ebene? Dialog ist wichtig, weil sich so Fehleinschätzungen korrigieren lassen.“ Statt der gemeinsamen Suche nach Frieden, stünden die meisten Diskussionen allerdings unter dem Motto: „Wir müssen uns schützen.“ Kleinere Länder und die Sicherheitsbedürfnisse gesellschaftlicher Akteure blieben außen vor, und auch alternative Meinungen fänden auf der Konferenz zu wenig Gehör, kritisierte der akademische Oberrat der Universität Tübingen.

Foto: Donald Trump, über dts Nachrichtenagentur

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