Forderung nach grundlegender Reform der Berufsunfähigkeitsversicherung

Politiker und Verbraucherschützer fordern, Missstände in der Berufsunfähigkeitsversicherung zu beseitigen und diese grundlegend zu reformieren. „Wir brauchen dringend gesetzliche Standards für die Berufsunfähigkeitsversicherung, die den juristischen Scharmützeln der Versicherer ein Ende setzen. Sonst ziehen die Kunden immer den Kürzeren“, sagte Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, der „Welt am Sonntag“.

Die Versicherer bedienten sich „undurchsichtiger Klauseln im Kleingedruckten, um Zahlungen zu vermeiden“. Auch Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kritisierte das aktuelle System: „Die derzeitige staatliche Absicherung ist vielfach nicht ausreichend. In der Schweiz etwa zahlen auch Selbstständige in die Rentenversicherungssysteme ein, wodurch der Schutz auch bei Invalidität umfassender ist.“ In Deutschland beteiligten sich breite Bevölkerungskreise gar nicht an den staatlichen Absicherungssystemen und hätten damit keinen entsprechenden Versicherungsschutz. „Das ist höchst fragwürdig“, konstatierte Grieble. Bis vor 15 Jahren gehörte in Deutschland die Erwerbsunfähigkeit zum gesetzlichen Sozialversicherungssystem. Seither müssen Erwerbstätige, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden, privat für den Fall vorsorgen, dass sie wegen Krankheit dauerhaft kaum noch arbeiten können. Allerdings werden viele Verbraucher von den privaten Anbietern abgelehnt oder diese verlangen sehr hohe Risikoaufschläge, die die Policen sehr teuer machen. „Ein bezahlbarer Schutz wird gerade denjenigen verweigert, die dringend auf ihn angewiesen sind. Wir müssen sicherstellen, dass jeder Zugang zu einer bezahlbaren Berufsunfähigkeit hat“, forderte der Grünen-Politiker Schick. Nach seiner Ansicht ist die private Berufsunfähigkeitsversicherung gescheitert.

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