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Edelmetalle

Edelmetalle sind Geldanlagen, die keine Zinsen bringen. Viele Anlageberater empfehlen ihren Kunden deshalb, nicht mehr als 5 % ihres Kapitals in Gold, Silber, Platin oder Palladium zu investieren. Angesichts drohender Finanzkrisen und hoher Inflationsraten gelten Edelmetalle andererseits nach wie vor als „sichere“ Geldanlage, da der Rohstoffwert vermeintlich nicht verloren geht. Viele Anleger übersehen allerdings, dass auch der Realwert eines Edelmetalls sich nach Angebot und Nachfrage richtet. Neue Technologien, medizinischer Fortschritt und Änderungen im Geschmack können zum Beispiel dazu führen, dass Gold in der Zukunft nicht mehr so gefragt sein wird wie noch vor 20 Jahren. Als Anlageobjekt sind Edelmetalle entsprechend hoch spekulativ, Wert und Wertsteigerung unterliegen komplett dem aktuellen Tageskurs. Steuerlich fallen einige Edelmetalle außerdem unter das Mehrwertsteuergesetz. Platin, Palladium und Silberbarren unterliegen dem Höchstsatz von 19 %, Silbermünzen werden mit dem ermäßigtem Steuersatz von 7 % gehandelt. Anlagegold ist in den Mitgliedstaaten der EU hingegen ganz von der Mehrwertsteuer befreit.

Der Ankauf von physischen Edelmetallen (zum Beispiel Gold- oder Silberbarren) ist in der Regel mit zusätzlichen Kosten verbunden, die sich nach dem aktuellen Materialwert richten. Größere Mengen Gold sind zum Beispiel mit Aufschlägen von 2,5 bis 10 Prozent belegt, kleinere Mengen sogar mit Aufschlägen bis zu 30 Prozent. Problematisch ist bei größeren Mengen auch die Lagerung. Eine Alternative können Investitionen in Wertpapiere sein, die auf Edelmetalle setzen, zum Beispiel Goldzertifikate oder Goldfonds. Seit einiger Zeit gibt es auch Edelmetallanteile, die an der Börse gehandelt werden. Diese sogenannten ETF (Exchange-traded fund) sind als Sondervermögen besser geschützt als reine Schuldverschreibungen. Höhere Erträge lassen sich unter Umständen über den Erwerb von Aktien einer Minengesellschaft erwirtschaften, allerdings ist eine solche Investition auch risikobehaftet, da neben Produktionsausfällen auch nicht kalkulierbare globale oder politische Umwälzungen zu heftigen Kursauschlägen führen können. Noch riskanter, gleichzeitig aber auch noch lukrativer, sind Edelmetallderivate.