E-Mail: Welche Anbieter haben die Nase vorn?

E-Mail: Welche Anbieter haben die Nase vorn?

Sowohl im privaten Bereich als auch in der Wirtschaft ist die E-Mail neben dem Telefon das beliebteste Kommunikationsmittel. Dies war 1971, als Ray Tomlinson, der Computertechniker bei Beranek and Newman (BBN) in Cambridge (Massachusetts) die erste E-Mail von einem Computer zu einem anderen versendete, noch längst nicht absehbar. Selbst bis in die Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts konnte niemand ahnen, welche Bedeutung die E-Mail erlangen sollte.

Die E-Mail Nutzung in Zahlen

Heute versenden rund 2,3 Milliarden E-Mail Nutzer täglich zirka 190 Milliarden elektronische Briefe, von denen mehr als 100 Milliarden geschäftlicher Natur sind und die restlichen beinahe 90 Milliarden aus privaten Gründen verschickt werden. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Nutzer relativ stetig mit Wachstumsraten von ca. 6% jährlich. Demnach werden Ende 2016 rund 2,65 Milliarden Menschen die E-Mail als wichtiges Kommunikationsmittel nutzen.

Bis zum Ende dieses Jahres prognostiziert die Radicati Group, die sich mit Forschungen und Statistiken auf dem Gebiet der Kommunikationsmedien befasst, eine Zunahme der geschäftlichen E-Mails auf 109 Milliarden. Auch wenn Prognosen in diesem Bereich schwer fallen, wird bis zum Jahr 2017 insgesamt mit einem Wachstum der Business Mails von gut 30% auf 132 Milliarden gerechnet. Im Gegenzug wird der Anteil der privaten Nutzung künftig vielleicht sogar kräftig sinken, da Apps wie WhatsApp, Skype und Facebook Messenger weltweit dafür sorgen, dass die Nutzer einen immer größer werdenden Anteil ihrer privaten Kommunikation vom Medium E-Mail in die Messenger Services verlagern.

Warum das Wissen um den E-Mail Provider wichtig ist

Spätestens seit dem Bekanntwerden der Praktiken der National Security Agency (NSA) in Bezug auf die Überwachung von Telefongesprächen und des E-Mail-Verkehrs rückt das Thema Sicherheit von Chats, Telefonaten und vor allem auch E-Mails verstärkt in den Fokus. Nicht nur deshalb ist es interessant zu wissen, welche E-Mail Provider bei den Usern am höchsten im Kurs stehen.

Auch für die Effizienz im E-Mail Marketing spielt die Kenntnis der Providerwahl der Nutzer und die Art der verwendeten E-Mail Clients eine besondere Rolle. Nur mit dem Wissen, welche E-Mail-Anbieter genutzt werden, ist es möglich, die Darstellung von Newslettern und Mailing-Aktionen so zu gestalten, dass diese auch korrekt wiedergegeben werden und eine möglichst breite Klientel ansprechen.

United Internet als meistgenutzter Provider in Deutschland

Die Convios Consulting GmbH legte im Rahmen einer Studie zur Nutzerstruktur und zum Nutzungsverhalten hinsichtlich der Online Kommunikationsmittel E-Mail die aktuellen Zahlen zur Verteilung der E-Mail-Postfach-Anbieter auf dem deutschen Markt vor. Die repräsentative Studie mit 1.006 Befragten ergab ein interessantes, aber nicht unerwartetes Ergebnis. Das Team des wirtschaft.com Partnerportals infographiken.com hat daraus die beiliegende Infografik erstellt.

Demnach ist die United Internet AG mit insgesamt 56,7% Marktanteil in Deutschland der unangefochtene Marktführer. Zur United Internet zählen GMX mit 26,3%, Web.de mit 26,1% sowie 1&1 mit 4,3% Marktanteil. Alle drei Marken legten gegenüber den Werten einer Vergleichsstudie aus dem Jahr 2009 zu, während die Telekom bzw. T-Online mit derzeit nur noch 9,1% herbe Verluste zu verzeichnen hat. Hier lag der Marktanteil 2009 noch bei 15,7%.

Microsoft und Google trotz NSA im Aufwärtstrend

Microsofts Marktanteil (hotmail, live, outlook) stieg um 1% und liegt nun bei 7,7% während AOL (4,3%) und Yahoo (3,9%) kräftige Verluste gegenüber 2009 einstecken mussten. Zu den Gewinnern gehört Google mit G-Mail und einem Marktanteil von 6,5% (+3% gegenüber 2009).

Insbesondere die Zahlen für Google und Microsoft sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Ein beträchtlicher Zuwachs könnte nämlich der Tatsache geschuldet sein, dass Android bei der Einrichtung nach einem Google Account fragt und dessen Einrichtung anbietet. Ebenso liegt der Fall bei Microsoft und dem aktuellen Betriebssystem Windows 8, das als Basis ein Microsoft Mail-Konto verwenden will. Beide Betriebssysteme können selbstverständlich auch mit E-Mail Konten bei anderen Providern verknüpft werden, doch zahlreiche Neukunden nehmen das Angebot an, sich beim jeweiligen Dienst zu registrieren.

Sowohl G-Mail- als auch Microsoft-Konten stellen sich als äußerst komfortabel dar, denn sie verbinden zahlreiche weitere Dienste sowie ausgefeilten Inbox-Management-Funktionen mit dem jeweiligen E-Mail-Konto.

Nicht zuletzt aufgrund des NSA-Skandals nutzt aber die Mehrheit der deutschen User lieber Provider, die in Deutschland ansässig sind. United Internet und T-Online werben nicht umsonst mit dem Slogan „E-Mail made in Germany“. Sollte es gelingen, sich mit der De-Mail, die vom Staat als rechtssichere elektronische Kommunikation definiert wurde, zu etablieren, winkt „ein ewiges Geschäft“, wie Ralph Dommermuth, Deutschlands einziger Internetmilliardär und Chef von United Internet hofft.

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