De Maizière: Soldaten sind „süchtig“ nach Wertschätzung

De Maizière: Soldaten sind „süchtig“ nach Wertschätzung

dts_image_2873_tnepbmbrsd_2171_400_3004 De Maizière: Soldaten sind "süchtig" nach WertschätzungBerlin – Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hält die Klage vieler Soldaten, ihre Leistung werde nicht ausreichend anerkannt, für unbegründet. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte de Maizière, durch den Einsatz in Afghanistan sei die öffentliche Zuwendung zu den Soldaten und zur Bundeswehr deutlich größer geworden. Etliche Soldaten glaubten jedoch, dass sie viel weniger anerkannt würden, als es in Wirklichkeit der Fall sei.

„Sie haben den verständlichen, aber oft übertriebenen Wunsch nach Wertschätzung. Sie sind vielleicht geradezu süchtig danach.“ De Maizière wandte sich an die Soldaten mit der Aufforderung: „Hört einfach auf, dauernd nach Anerkennung zu gieren.“ Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Oberst Ulrich Kirsch, wandte sich mit scharfer Kritik gegen de Maizières Äußerungen: „Ich halte die Wortwahl des Ministers an einer Stelle für enttäuschend und absolut unangemessen: Deutsche Soldaten gieren nicht. Weder nach Anerkennung noch nach sonst irgendetwas.“ Kirsch sagte, wenn die Soldaten ein größeres Bedürfnis nach Respekt und Wahrnehmung hätten, liege das daran, dass sie viel zu lange viel zu wenig davon bekommen hätten. „Tatsache ist doch, dass die Bundeswehr nie ein geliebtes Kind der Demokratie war“, sagte Kirsch der F.A.S. „Tatsache ist auch, dass die politischen Eliten an dieser Stelle lange Zeit versagt haben.“ Daraus ergebe sich für sie die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die Soldaten der Bundeswehr angemessen wahrgenommen würden.

Foto: Bundeswehrsoldaten in Schützenpanzer „Marder“ bei Einsatz in Afghanistan, über dts Nachrichtenagentur

11 Kommentare "De Maizière: Soldaten sind „süchtig“ nach Wertschätzung"

  1. Stefan   24. Februar 2013 0:09 at 0:09

    Hört einfach auf dauernd nach Anerkennung zu gieren? Erschreckend was sich der Herr Verteidigungsminister da heraus nimmt. Ich könnte jetzt ein Essay darüber schreiben, was Soldaten möchten, aber ich lasse es bleiben. Politiker bleibt Politiker. Der Herr hat keine Ahnung von „seinen“ Jungs! Aus dem Ledersessel in Berlin lässt es sich auch gut Sprüche klopfen. Hör einfach auf Verteidigungsminister zu sein! Dieser Job sollte von Leuten gemacht werden, die mehr wollen als die Kohle. Ein Soldat und trotz solcher Aussagen immer gerne Primat der Politik.

  2. Markus Gottwald   24. Februar 2013 0:49 at 0:49

    Ich empfinde diese Aussage als anstandslos!
    Wenn man vergleicht wie die Soldaten hier in Deutschland und die Soldaten in den USA wertgeschätzt werden ist das ein Witz, wie mit unseren ersten Soldaten umgegangen wird.
    Ich selber bin Soldat und hätte mir im Einsatz mehr Rückendeckung gewünscht.
    Einige Kameraden opfern ihr leben und hinterlassen Familien, Kinder und Frauen, um das leben hier in Deutschland so sicher wie möglich zu bereiten.
    Ich will sehen wie sich Politiker sich verhalten würden, wenn sie gute 200 tage in einem fremden Land sich aufhalten müssen und auf Sachen wie Sicherheit und Geborgenheit verzichten müssen, deshalb ist es doch kein wunder das wir nach ein bisschen Aufmerksamkeit ringen um Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu bekommen.
    Gruß Goddi

  3. Andreas   24. Februar 2013 1:19 at 1:19

    Ich lege diesem Herren den Rücktritt nahe

  4. Nick   24. Februar 2013 3:12 at 3:12

    Eine Ungeheuerliche Art und Weise seinen Soldaten zu zeigen das sie nur Werkzeug und Mittel zum Zweck sind, getreu dem Motto „halt die Klappe und mach was man Dir sagt!“ . Dieser Mensch ist vollkommen fehlbesetzt für diesen Posten, mit so einer Einstellung. Als Ehemaliger Zeitsoldat, der im Einsatz war, Kameraden verloren hat und heute auf Grund einer Schussverletzung behindert ist, der sich mit Behörden rumärgern kann, dem man nicht die Möglichkeit gibt einen Job zu ergreifen, weil man ja jetzt behindert ist und für einige Arbeitgeber unattraktiv geworden ist, ist so eine Äußerung ein Schlag ins Gesicht. Ich leide mit Sicherheit nicht an einer Sucht der Anerkennung für meinen Job, weder damals noch heute. Es ist nur einfach Tatsache das man nach seiner Dienstzeit nur belächelt wird und so hingestellt wird, als hätte man etwas nutzloses getan. Herr de Maiziére gehen Sie doch für uns nach Afghanistan und zeigen Sie uns doch was sie so draufhaben. Sie sitzen hier sicher in Deutschland in ihrer selbstherrlichen Art und wagen sich ihren Soldaten derart ins Gesicht zu spucken, treten Sie zurück dann müssen Sie sich nicht mit derart, „unwichtigen“ Dingen wie ihren Soldaten abgeben. Dafür bezahlen wir Sie nicht von unseren Steuern!Sie sollten sich schämen!!!

  5. Franz Rudolf   24. Februar 2013 11:06 at 11:06

    Ich gebe Nick, Andreas,Markus und Stefan in Ihrer Aussage vollkommen Recht. Man lässt fähige Politikern wie einen Herrn von Guttenberg fallen nur weil er für seinen Doktortitel abgeschrieben hat und nicht die Fusszeile angezeigt hat.Der aber hinter seinen Soldateninn gestanden hat und auch mal das Wort in den Mund genommen „Wir sind in einem Kriegs ähnlichen zustand“ Hut ab für solch eine Aussage. Unsere Politikern sollen sich was schämen weil Sie wahrscheinlich die Hosen voll haben, um unsere Soldaten mal in den Einsatzgebieten mal zu besuchen.Ich lege diesem Herren de Maiziére Rücktritt nahe.

    Lg.

    Ein Vater eines Soldaten der im Einsatz war.

  6. AJW   24. Februar 2013 12:10 at 12:10

    Hallo Leute, haltet mal die Bälle flach. Nach etwas gieren voller Gier etwas haben wollen, ist laut Übersetzung heftig, leidenschaftlich nach etwas verlangen. Das tun die Soldaten doch, insbesondere und das ist auch richtig so der Bundeswehrverband…

  7. AJW   24. Februar 2013 12:30 at 12:30

    und wenn der Bundeswehrverband seine Arbeit gut macht sind die Worte des Ministers “Hört einfach auf, dauernd nach Anerkennung zu gieren.” an die im Einsatz befindlichen Soldaten eher als Hinweis zu sehen in Ruhe “ treu zu dienen“….

  8. alexandra klook   24. Februar 2013 15:53 at 15:53

    hier mal die eine anerkennung aus dem realen leben: mein sohn ist soldat und war in uniform nach dienstschluss noch kurz einkaufen. an der kasse vor ihm ein kleiner junge ( 4 oder 5 jahre alt ) mit seiner mutter, die gerade ihre einkäufe in den wagen packte. der kleine zuppelte seiner mutter immer wieder am arm und sagte ihr, sie solle mal gucken. schließlich sagte er ihr: mama schau mal, da ist ein soldat. die antwort der mutter?…jetzt wird´s gut: IST DOCH EGAL, DIE BRINGEN EH NUR KINDER UM! woraufhin der kleine meinen sohn völlig entsetzt anschaute. mein sohn schüttelte nur den kopf und versicherte dem kind, das das nicht stimmen würde.
    abends am telefon erzählte er mir diesen vorfall und nahm das ganz mit humor. mich aber machte es wütend.
    zur zeit seines grundwehrdienstes ist er oft mit dem zug in die kaserne gefahren. es war standard auf dem bahnhof (stuttgart HBF) als nazi oder mörder beschimpft zu werden. auch mal angespuckt zu werden gehört dazu.
    ICH BIN STOLZ AUF MEINEN SOHN! stolz auf seine entscheidung diesem land dienen zu wollen. und ich danke allen soldatinnen und soldaten die das gleiche tun! und JA, unsere streitkräfte bekommen definitiv nicht die anerkennung die ihnen zusteht. sie stehen mit ihrem leben für unser land, unser volk und unsere gesetze. und dafür das menschen wie diese mutter solche unsäglichen äußerungen tätigen dürfen, da wir in einem demokratischen land mit meinungsfreiheit leben für dessen sicherheit unsere soldaten kämpfen. so schließt sich der kreis.
    vielleicht sollte herr de maiziere die medaille mal von beiden seiten betrachten!

  9. Kurt Marseille   25. Februar 2013 0:23 at 0:23

    Nicht umsonst nennt man diesen Typen auch : D(i)e Misere!!!
    Wir hatten schon viele Versager als V-Minister, aber der schlägt alle!!!

  10. Koppe Gert   25. Februar 2013 14:51 at 14:51

    Lieber Herr Verteidigungsminister, Sie wollen im Bundestag: ein-e-en, Rede-Vortrag-oder-Vorschlag, vorbringen und es kommt, oder es ist keiner da, und hört ihnen zu. Danke der Anerkennung :! Und ausserdem, ohne Bundeswehr und Bundestag sind Sie wohl dann überflüssig. Aber nicht die Jungs und Mädels die ihren Dienst tun. Ich habe Respekt vor allen Soldateninen und Soldaten die im Einsatz sind. ,,Und wo ist Ihrer“???.
    Mit doppelter Anerkennung und Lob gegenüber denen die Dienst tun,
    und freundlichen Grüßen
    G.K.

  11. P.H.   26. Februar 2013 14:13 at 14:13

    Mit diesen Äußerungen, bekommt man „besonders viele“ Wählerstimmen, aus den Kreisen der Bundeswehr, Herr Minister.

Nimm an der Diskussion teil

Your email address will not be published.