Brexit: Welche Folgen hat er für britische und EU-Bürger?

Brexit: Welche Folgen hat er für britische und EU-Bürger?

Brexit Brexit: Welche Folgen hat er für britische und EU-Bürger?Bis dato besteht die EU aus 28 Staaten, doch nun wollen die Briten aussteigen. Was bedeutet das für die Bürger in Großbritannien und für die übrigen EU-Bürger? Die britische Währung geriet aus Sorge um einen harten Brexit im letzten Jahr unter starken Druck. Dass es zu dieser Verunsicherung kam, hängt offenbar mit der Rede von Theresa May zusammen. Ein Rückblick zeigt, dass der britische Pfund im Oktober 2016 wesentlich schwächer im Verhältnis zum US-Dollar und dem Euro war, im Gegensatz zu dem Zeitpunkt unmittelbar nach dem Brexit-Votum. Der britsche Pfund Sterling fiel erstmals wieder auf einen heftigen Tiefstand wie in 1985. Für einen Pfund erhielt man zwischenzeitlich nur noch 1,2757 US-Dollar bzw. 1,1422 Euro.

Das es an den Finanzmärkten zu Verunsicherungen kam, hing mit der Rede der britischen Premierministerin Theresa May zusammen. In ihrer Rede wurde von ihr das weitere Vorgehen in Bezug auf die anstehenden Brexit-Verhandlungen mit der EU angesprochen bzw. vorgestellt. Demnach sollen die Verhandlungen zum Brexit spätestens im März starten. May erklärte, dass mit einem sogenannten Great Repeal Bill (Großes Abschaffungsgesetz) die „Herrschaft des EU-Rechts über Großbritannien ein Ende nehmen soll“.

Während die Kurs-Kurven am britischen Devisenmarkt deutlich nach unten zeigten, ging es an der Londoner Börse nach oben. Seit 16 Monaten konnte der Leitindex erstmalig die 7.000 er Punkte-Marke knacken.

Das britische Parlament hat den Brexit abgesegnet

Allein im Februar kletterte die Inflationsrate auf 2,3 Prozent, was die Importe teurer werden ließ. Am Dienstag (14.03.2017) rutschte die britische Währung um 0,9 % (1,2110 $) ab. Das es zu einem solch starken Fall des Pfund Sterling kam, hängt mit der Verabschiedung des Brexit-Gesetzes druch das britische Parlament zusammen. Das der Pfund Sterling so absank, hängt mit der Verabschiedung des Brexit-Gesetzes durch das britische Parlament zusammen. Damit notierte die Börse einen so niedrigen Kurs, wie es ihn zuletzt Mitte Januar gab. Am Montagabend wurde der Weg für den EU-Austritt Großbritanniens durch das Ober- und Unterhaus geebnet. Es ist der britschen Regierung nun möglich, zu jedem beliebigen Zeitpunkt den Brexit zu beantragen. Allerdings wird das nach Einschätzung der Experten erst Ende März der Fall sein. Ein weiterer Blick eröffnet noch einen weiteren Punkt: Die Vermutung dass es ein neues Unabhaengigkeitsrefrendum in belastet ebenfalls den Brexit. Der Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann kommentiert, dass er weiterhin besorgt sei. Denn die Wirkung der Pfund-negativen Nachrichten, die von dem Devisenzeit in der letzten Zeit doch genussvoll ignoriert werden, könnten sich auf einmal entfalten. Leuchtmann versteht einfach nicht, dass die Nachrichten über eine mögliche Unabhängigkeit der Schotten ohne jede Spur komplett an den Pfund-Wechselkursen vorbeigehen. Eine Möglichkeit, den CFD Handel zu beobachten, bietet das Trading Demokonto von IG, mit dem Sie künftige Veränderungen risikofrei ausprobieren können.

Nach der Nachricht aus Schottland musste das Pfund nur kurz die Federn lassen und ist danach sofort wieder angestiegen. Der Grund: Das Referendum soll frühestens Ende 2018 stattfinden. Vonseiten des RBC-Marktanalysten Adam Cole heißt es, dass die Verluste doch gering sind. Vor allem im Hinblick darauf, dass die Unsicherheit in Bezug auf eine weitere Forderung nach einem erneuten Referendum sehr stark ist.

Die Uhr beginnt zu ticken

Die zweite Runde der Debatte im Ober- und Unterhauses im Bezug auf das Gesetz zum EU-Austrittsantrag ist nun abgeschlossen, da das Oberhaus keine weiteren Ergänzungsforderungen stellt. Formell wird die Premierministerin, das jedoch erst Ende März das Austritts-Gesuch übermitteln. Allerdings sind die Vorbereitungen für die Austrittsgespräche schon seit Monaten in London, Brüssel und den weiteren Hauptstädten der EU am laufen. Im Mai werden sich die EU-Regierungschefs treffen. Bei diesem Treffen, dass ohne die britische Premierministerin stattfinden wird, geht um die weitere Vorgehensweise im Bezug auf den Brexit. Für die Einigung der EU-Austritts der Briten, stehen ingesamt zwei Jahre zur Verfügung. Die Premierministerin würde sehr gern eine neue Partnerschaft aushandeln – was sich jedoch in der Praxis eher als schwierig erweisen wird. Es hat den Anschein, dass es eher zu einer Übergangslösung hinausgehen wird und dabei wird Großbritannien nur für einige Zeit ausschließlich ein geduldetes Mitglied im Binnenmarkt sein. Das bedeutet das die Briten Zugangsrechte besitzen, aber zugleich auch Zahlungspflichten haben. Es wird eine längere Zeit in Anspruch nehmen, bis ein neues Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien geschlossen werden kann.

„Falling off the edge“: eine sehr reale Befürchtung

In der Debatte über den Brexit nimmt die Sorge des „Falling off the edge“ (Über die Kante stürzen) einen wichtigen Platz ein. Diese Befürchtung bezieht sich auf einen Punkt: ergebnislose Verhandlungen mit der EU. Was soll das bedeuten? Ganz einfach, es könnte durchaus sein, dass die Verhandlungen über die künftigen Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbriannien keine Einigung mit sich bringen. Nur allzu gern würde die Premierministerin die EU-Zollunion mit Großbritannien verbinden. Doch es gibt keine Sicherheit dafuer, ob ihr dieses gelingt und in wie weit sie diese „Idee“ in die Tat umsetzen kann. David Davis, Minister für den  EU-Austritt hat unlängst darauf hingewiesen, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass die Verhandlungen mit der EU im Sand verlaufen – aber im gleichem Atemzug erklärte er, dass das auch nicht unmöglich sei. Eben darauf müsse man sich im Vorfeld einstellen. Als „perfectly o.k“ bezeichnete das der Außenminister Boris Johnson. Vonseiten May’s heißt es, dass kein Deal besser sei, als einen schlechten Deal abzuschließen. Diese Aussage brachte der Premierministerin am vergangenen Dienstag den Ausruf „kein Deal ist ein schlechter Deal“ im Unterhaus von Labour-Chef Jeremy Corby ein.

Zinsen in Großbritannien auf historischem Tief

Der Pfund und die Anleihen wurden durch ein überraschendes Abstimmungsergebnis der britschen Zentralbank im Bezug auf die Zinsentscheidung angetrieben. Der Pfund hat ein Zwei-Wochenhoch von 1,2361 $ (+0,6 %) erlebt und auch die 10-jährigen Bonds stiegen am Anleihemarkt um drei Basispunkte auf 1,25 %. Anders bei den Zinsen, denn diese blieben, vor den anstehenden Scheidungsgesprächen, auf ihrem historischen Tief. Was überraschend ist, dass die Bank of England (BoE) erstmalig seit Juni 2016 nicht mehr einstimmig entschied. Überraschend stimmte Kristin Forbes für eine Erhöhung. Von Neil Wilson (ETC Capital) wurd die Entscheidung mit den Worten kommentiert, dass sich in den Sitzungsprotokollen ein Bild eines Gremiums aufzeigt, das der Zinserhöhung wesentlich positiver entgegensteht, als der Markt annimmt.

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