Eine Börse ist eine Marktveranstaltung, bei der mit vertretbaren Gütern gehandelt wird, die stofflich nicht vor Ort sind. Gehandelt werden Wertpapiere, Rohstoffe und Devisen, deren Preise (Kurse) sich ständig aktuell nach Angebot und Nachfrage richten. Organisiert sind Börsen nach dem Börsengesetz, sie stehen unter staatlicher Aufsicht. Es gibt verschiedene Börsen, man unterscheidet je nach den gehandelten Objekten Waren-, Wertpapier- und Devisenbörsen. An Terminbörsen werden Derivate gehandelt und Warentermingeschäfte getätigt. Fallen Abschluss und Erfüllung eines Börsengeschäfts zeitlich zusammen, spricht man von einem Kassamarktgeschäft, ist das nicht der Fall, handelt es sich um ein Terminmarktgeschäft. Termingeschäfte sind meist Spekulationsgeschäfte. Der Käufer spekuliert darauf, dass die Preise bis zur Erfüllung des Vertrags steigen, der Verkäufer hofft, dass sie fallen.
Neben den klassischen Präsenzbörsen, an denen Makler zu bestimmten Zeiten persönlich anwesend sein, um ihre Geschäfte zu tätigen, gibt es inzwischen auch computergestützte Handelsplattformen. Angebote und Nachfragen werden über ein Computersystem eingegeben, das entsprechend die Kurse errechnet. In dieser Form gehandelt werden unter anderem Emissionen, Strom, Dienstleistungen sowie alle klassischen Handelsgüter. Sowohl nach der Marktkapitalisierung als auch nach dem Handelsvolumen ist die New York Stock Exchange die größte Wertpapierbörse der Welt, gefolgt von der Computerbörse NASDQ und der Tokyo Stock Exchange. In Deutschland ist die Frankfurter Wertpapierbörse mit ihren computergestützten Plattformen XETRA und EUREX der wichtigste Umschlagplatz für Wertpapiere.
Börsennotierte Unternehmen sind dazu verpflichtet, alle gesetzlich vorgeschriebenen Meldungen in einem sogenannten Börsenpflichtblatt zu veröffentlichen. Jede Börse hat ihre eigenen Pflichtblätter, das sind mindestens drei überregionale Tageszeitungen. Für 2008 gehörten die FAZ, die Süddeutsche Zeitung und die Financial Times Deutschland zu den sieben Börsenpflichtblättern, die die Frankfurter Wertpapierbörse festgelegt hatte.
In der langen Geschichte des Börsenmarkts gab es immer wieder heftige Einbrüche, der wohl berühmteste Börsencrash traf im Oktober 1929 die Wall Street in New York, als der Dow Jones Industrial Average von 298,97 auf 260,64 Punkte fiel.
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