Bildungsexperten für Abschaffung der Schulnoten

Bildungsexperten für Abschaffung der Schulnoten

bildungsexperten-fuer-abschaffung-der-schulnoten Bildungsexperten für Abschaffung der SchulnotenDie Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, verlangt die Abschaffung von Schulnoten. „Zensuren sind nicht objektiv“, sagte Tepe der „Bild“ (Freitag). „Wir müssen weg von den Noten, hin zu individuellen Berichten, weil sie den persönlichen Lernfortschritten der Kinder viel gerechter werden.“

Tepe betonte, der Verzicht auf Noten sollte „nicht nur in Grundschulen, sondern in allen Schultypen praktiziert werden“. Es sei wissenschaftlich bewiesen, dass Berichte besser seien. Die Schüler in Deutschland hatten bei den jüngsten internationalen Vergleichstest relativ mäßig abgeschnitten. Die Präsidentin des Bayrischen Lehrerverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, sprach sich in der „Bild“ ebenfalls dafür aus, Schulnoten auch in höheren Klassenstufen durch Lernentwicklungsgespräche zu ersetzen, weil dies motivierender sei. „Wir müssen umdenken in unserem Bildungssystem, dazu brauchen wir eine umfassende Bewertung von Menschen“, sagte Fleischmann. Kritik kam dagegen von der Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz (KMK), Susanne Eisenmann (CDU): „Schule muss leistungsorientiert sein. Deshalb gehören auch Noten zur Leistungsmessung dazu.“

Philologen-Verbandschef Meidinger hält Schulnoten für alternativlos

Der Chef des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat den Vorstoß der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nach einer Abschaffung der Noten für alle Schultypen allerdings kategorisch zurückgewiesen. „Spätestens ab der dritten Klasse werden Noten wichtig, nicht zuletzt deshalb, weil sie eine Orientierung für den Übertritt in weiterführende Schulen darstellen“, sagte Meidinger der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). Alles, was er an Alternativen kenne, von der schriftlichen Beurteilung bis hin zum Eltern-Lehrer-Gespräch, erfülle nicht die Funktion von Noten, „nämlich eine klare Rückmeldung zu geben, wo der Schüler in Bezug auf seine Leistungen steht“, erläuterte der Verbandschef.

Zudem seien Notenzeugnisse die Grundlage für eine Lehrstellenbewerbung oder einen Studienplatz. „Die Firma oder Universität will ich sehen, die sich in einer Welt ohne Noten durch schriftliche Einschätzungen kämpft und danach wesentlich schlauer ist, was der Einzelne kann oder nicht“, sagte Meidinger.

Foto: Kinder spielen auf einem Schulhof, über dts Nachrichtenagentur

Nimm an der Diskussion teil

Your email address will not be published.