Bauindustrie will sich an Planung öffentlicher Projekte beteiligen

Bauindustrie will sich an Planung öffentlicher Projekte beteiligen

Peter Hübner, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Bauindustrie, will die Planungs- und Genehmigungsprozesse im öffentlichen Bau vereinfachen: Er plädiert dafür, die Bauindustrie bereits an der Planung öffentlicher Projekte zu beteiligen. „Die Genehmigungen blieben zwar beim Bauherrn, die Bauwirtschaft könnte aber die Ausführungsplanung übernehmen“, sagte er dem „Handelsblatt“. Der Vorteil für Hübner: „Wir wären schneller, weil wir die Schnittstellen zwischen Ausführungsplanung und der Bauproduktion besser im Griff hätten.“

Außerdem fordert Hübner den Ausbau von öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPP), um die öffentliche Hand zu entlasten. Dabei übernimmt der private Partner die Verantwortung zur Erstellung der Leistung. Hübner betonte den so entstehenden Vorteil für den Autofahrer. „Beispielsweise der Nutzen für den Autofahrer, wenn die Strecke viel schneller wieder dem Verkehr zur Verfügung steht.“ In der Berechnung der Wirtschaftlichkeit spiele dieser Nutzen für den Autofahrer bisher keine Rolle. Dieser Aspekt sei jedoch zu wenig betrachtet worden: „Wir stehen also vor der Frage: Wollen Sie vier oder neun Jahre lang im Stau stehen?“

Foto: Bauarbeiter, über dts Nachrichtenagentur

2 Kommentare "Bauindustrie will sich an Planung öffentlicher Projekte beteiligen"

  1. Mathis Künstner   17. Mai 2017 12:49 at 12:49

    Schneller – besser – billiger das klingt gut. Aber was genau qualifizeirt die Bauindustrie für die Übernahme von Planungsleistungen in großem Stil?

    Würde der Chefarzt die gesamten Verwaltungsleistungen des Krankenhauses übernehmen, könnte auch eine Schnittstelle entfallen – aber ob damit etwas besser wird, da hab ich doch so meine Zeifel. Schuster – Leisten – Sie wissen schon . . . . .

  2. M. Moll   17. Mai 2017 18:10 at 18:10

    Gibt es doch schon lange, nennt sich Funktionalausschreibung. Die Bauindustrie macht die Ausführungsplanung. Ist in der Regel teurer und dauert länger. Vor allem muss die Entwurfsplanung schon einen so hohen Detaillierungsgrad haben, sonst hagelt es Nachträge und damit höhere Kosten und Termine.
    Auch ÖPP ist ein alter Hut. Sämtliche Rechnungshöfe, egal ob Bund oder Länder warnen eindringlich davor. Nur wieder so aufgewärmte Ideen, damit sich die Bauindustrie die Taschen voll machen kann. Und vor allem hält sie sich damit die kleineren spezialisierten Konkurenten vom Hals!

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